Die Orgel im Dialog mit Sopran und Oboe
Konzert
Montag, 23. August 2021, 19:30 Uhr
"Hört ihr Augen auf zu weinen"
Nuria Rial, Sopran
Heinz Holliger, Oboe
Babette Mondry, Orgel
Diego Chenna, Fagott
Werke von Carl Phlipp Emanuel Bach, Johann Sebastian Bach, Bernat Vivancos, u.a.
Konzertprogramm
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Johann Sebastian Bach |
Sinfonia und Arie „Seufzer, Tränen, Kummer, Not“ |
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Georg Philipp Telemann |
Sonate in f-Moll für Fagott und Orgel, TWV 41:f1 |
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Johann Sebastian Bach |
Arie „Liebster Jesu, mein Verlangen“ |
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Carl Ph. Emanuel Bach |
Sonata ad Oboe con basso, Wotq. 135 |
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Johann Sebastian Bach |
Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur, BWV 564 |
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Roland Moser |
ANNA Erinnerung und Gedanken – Uraufführung |
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György Kurtag |
Anna Holliger in memoriam |
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Bernat Vivancos |
3 Pregàries: |
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Johann Sebastian Bach |
Arie „Hört ihr Augen auf zu weinen“ |
Konzertinformationen
Drei Arien von J. S. Bach für Sopran, obligate Oboe und Orgel bilden den Rahmen und den roten Faden des heutigen Programms. Den Anfang macht die Arie Seufzer, Kummer, Tränen, Not aus der Kantate Ich hatte viel Bekümmernis, BWV 21. Ihr ist die Sinfonia für Oboe und Orgel aus derselben Kantate vorangestellt.
Es folgt die Sonate in f-Moll von G.Ph. Telemann für Fagott und Orgel. Den Erstdruck seiner Fagottsonate hatte Georg Philipp Telemann 1728 in Hamburg selbst veranlasst. Das Werk erschien in der Zeitschrift Der getreue Music-Meister, die ihren Abonnenten eine Auswahl an Vokal- und Instrumentalstücken anbot.
C. Ph. E. Bachs Sonate ad Oboe con Basso in g-Moll ist ein Beispiel für den „empfindsamen Stil“, der sich durch eine subjektive, gefühlsbetonte Ästhetik auszeichnet. Die Kompo-nisten hüllten ihre Werke in eine Aura von Einfachheit und Natürlichkeit; die melodi-schen Phrasen sollen den Hörer unmittelbar und direkt berühren.
Als eines von Bachs exponiertesten freien Orgelwerken kontrastieren Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur, BWV 564 mit den kammermusikalischen Werken des Programms. Das Stück beginnt mit virtuosen Manualläufen und einer grossartigen Pedalpassage. Als formale Besonderheit in Bachs Orgelwerk folgt nach der Toccata ein langsamer Satz, bevor sich die rasche Fuge anschliesst.
Die beiden kurzen Solostücke von Roland Moser und György Kurtág entstanden im Ge-denken an Heinz Holligers verstorbene Tochter. Das Werk von Moser erklingt anlässlich dieses Konzertes zum ersten Male in der Öffentlichkeit.
Nuria Rial bringt Gebete für Sopran und Orgel ihres katalanischen Landsmannes Bernat Vivancos aus Barcelona mit. In schlichter Textur geschrieben, wirken die kurzen Stücke durch den Klang der Stimme, die rezitativische Behandlung der Worte und die flächigen Begleitakkorde.
Über die Musizierenden
Heinz Holliger

wurde 1939 in Langenthal im Kanton Bern geboren. Er studierte in Bern, Paris und Basel die Fächer Oboe (bei Émile Cassagnaud und Pierre Pierlot), Klavier (bei Sava Savoff und Yvonne Lefébure) sowie Komposition (bei Sándor Veress und Pierre Boulez). Seine internationale Karriere als Oboist, die ihn in die grossen Musikzentren aller fünf Kontinente geführt hat, begann 1959, als er den Ersten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf gewann; 1961 siegte er überdies beim ARD-Musikwettbewerb in München – und feierte seinen Einstand bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern, dem heutigen LUCERNE FESTIVAL. Heinz Holliger hat die spieltechnischen Möglichkeiten seines Instruments erweitert und setzt sich bis heute mit Nachdruck für die zeitgenössische Musik wie auch für weniger bekannte Werke ein. Zahlreiche Komponisten, unter ihnen Henze, Ligeti und Lutosławski, widmeten ihm neue Partituren.
1977 nahm Heinz Holliger seine Dirigentenlaufbahn auf, die ihn bald zu den renommiertesten Orchestern brachte, zu den Berliner und den Wiener Philharmonikern etwa, zum Cleveland Orchestra, zum Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam oder zum Philharmonia Orchestra. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit dem Chamber Orchestra of Europe. Mit seinem eigenen Schaffen präsentierte sich Heinz Holliger 1998 als «composer-in-residence» bei den IMF Luzern. 2002 wurde seine Oper Schneewittchen in Zürich uraufgeführt, und dort kamen im Frühjahr 2018 auch seine Lenau-Szenen Lunea heraus. Holliger wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt, darunter der Sonning-Musikpreis (1987), der Frankfurter Musikpreis (1988), der Siemens-Musikpreis (1991), der Premio Abbiati der Biennale di Venezia (1995), der Zürcher Festspielpreis (2007) und zuletzt der Robert-Schumann-Preis (2017). Seit 2016 ist er Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.
Nuria Rial
geboren 1975 in Manresa (Katalonien), ist eine spanische Sopranistin, die sich auf Alte Musik spezialisiert hat. In Fachkreisen wird die Sängerin vielfach für ihre feine und klare Stimme, ihre ausdrucksstarke Musikalität und ihr weich schwingendes Timbre gelobt. Nach ihrem Studium in den Fächern Gesang und Klavier in Katalonien wechselte Nuria Rial nach Basel, wo sie von Kurt Widmer unterrichtet wurde. 2003 machte sie ihren Abschluss und gewann im gleichen Jahr den „Helvetia Patria Jeunesse“ in Luzern.
Als Konzertsängerin arbeitete Nuria Rial mit zahlreichen renommierten Dirigenten zusammen, darunter Sir John Eliot Gardiner, Paul Goodwin, Ivan Fischer, Thomas Hengelbrock, Trevor Pinnock, Gustav Leonhardt, Teodor Currentzis, René Jacobs und Laurence Cummings. Zudem kann die Katalanin auf die Zusammenarbeit mit Concerto Köln, The English Concert, Les Musiciens du Louvre, Elbipolis Barockorchester, Kammerorchester Basel, Collegium 1704, Il Giardino armonico, La Cetra Basel und L’Arpeggiata zurückblicken.
Daneben war Nuria Rial auch auf Opernbühnen zu bestaunen, etwa in Monteverdis Orfeo an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin unter der Leitung René Jacobs sowie in Brüssel in Cavallis Eliogabalo. In Zusammenarbeit mit dem Budapest Festival Orchestra unter Leitung Ivan Fischers sang Rial 2015 zudem die Pamina in Mozarts Zauberflöte. Neben ihrem Faible für Alte Musik überzeugt die Sopranistin aber auch in Darbietungen zeitgenössischer Musik, etwa in der Oper Ainadamar von Golijov am Teatro Real Madrid, wo sie die Rolle der Nuria innehatte. Überdies widmet sie sich in diversen Liederabenden französischem, spanischem und zunehmend auch deutschem Repertoire.
2009 wurde Nuria Rial in zweimal mit dem Klassik-Echo ausgezeichnet. Nur ein Jahr später folgt eine weitere Echo-Klassik-Auszeichnung für ihre CD Via Crucis mit Christina Pluhars Ensemble L’Arpeggiata sowie 2012 die Auszeichnung „Beste Opernarien-CD“ für ihr Album Telemann mit dem Kammerorchester Basel.
Babette Mondry
spielte Konzerte an Festivals und Konzertreihen wie Toulouse les Orgues, dem Festival d'Orgue Baroque de Guibray, in der Minato Mirai Hall Yokohama, dem Orgelfestival Magadino, dem Barockzentrum Bern, am Zürcher Grossmünster, an den Kathedralorgeln in Genf, Bern und Riga und Haarlem, sowie an historischen Orgeln Brasiliens. Programme mit Andreas Scholl, Nuria Rial, Maria Cristina Kiehr, Arianna Savall und Petter Udland, Maya Boog, Eva Oertle, Heinz Holliger, Ursula Holliger, Kyoshi Kasai, capriccio Basel, dem Basler Gesangverein, dem RegioChor u.a. . Ihr breites Repertoire umfasst auch Orgelparts sinfonischer Chor- und Orchesterwerke. Zusammen mit Barbara Schneebeli bei Orgelkonzerten für Kinder aktiv.
Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und an der Musikhochschule Basel in der Konzertklasse von Guy Bovet. Kurse bei Marie-Claire Alain, Montserrat Torrent, Harald Vogel, Gerd Zacher. 1996 Finalistin am Bachwettbewerb Luzern. Radio- und CD-Aufnahmen. Von 1999 -2015 Organistin an der J. A. Silbermann/Lhôte-Orgel der Peterskirche Basel, betreute dort u.a. die Universitätsgottesdienste und leitete eine vielfältig gestaltete Konzertreihe. Unterrichtstätigkeit an der JMS Dornach. Seit 2015 als freischaffende Organistin sowie als künstlerische Leiterin in Musikprojekten, u.a. im Cours d'Interprétation d'Orgue de Romainmôtier tätig.
Diego Chenna
studierte bei V. Menghini am Turiner Musikkonservatorium sowie bei Sergio Azzolini an der Stuttgarter Musikhochschule. Zu dieser Zeit war er auch Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters und des Jugend¬orchesters der Europäischen Union unter Claudio Abbado. 1998 gewann Diego Chenna den ersten Preis beim Internationalen Fernand Gillet Wettbewerb in den USA und begann damit seine internationale Karrie¬re. Als Solist spielte er unter anderem mit dem Orchester der RAI, dem Orchestra da Camera di Mantova, der Camerata Bern, der Camerata Zürich, den Moscow Soloists, dem European Union Chamber Orchester, dem Georgian State Symphony Orchestra, der Kammerakademie Potsdam, der Beethoven Academie Antwerpen, dem Bieler Sinfonieorchester, dem Orchestra Mozart Bologna und der KremerataBaltica.
Als Solofagottist spielte er im Chamber Orchestra of Europe, im SWR Sinfonieorchester Stuttgart, im Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, im World Orchestra forPeace unter Valery Gergiev und im Orchestra Mozart in Bologna unter Claudio Abbado. Als Kammermusiker spielt er mit Heinz Holliger, Gidon Kremer, Alexander Lonquich, Yuri Bashmet, Jacques Zoon und Maurice Bourgue und war zu Gast bei zahlenreichen Festivals: Lucerne Festival, Prager Frühling, Festival du Périgord Noir, Feldkirch, Elba, Murten Classics, Sommersprossen Rottweil und Società del Quartetto di Milano.
Als unermüdlicher Forscher nach neuem Repertoire für sein Instrument widmet sich Diego Chenna der Aufführung vergessener Werke für Fagott, der zeitgenössischen Musik, der Entwicklung neuer Spiel-techniken sowie dem Einsatz von live Elektronik. Zahlreiche Komponisten haben ihm Werke gewidmet. Seit 2008 ist Diego Chenna Professor für Fagott an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau.
Eintritt frei, Kollekte



