Verein Orgelmusik St. Peter

Konzerte 2021

22. März 2021, 19:30 Uhr

Bach und Italien
verschoben auf 2022

 

22. März 2021

Virtuelles Orgelkonzert
Ekaterina Kofanova

 

23. April 2021, 18:00 - 22:00 Uhr

Orgelnacht
Organist*innen aus Basel
verschoben auf 2022

 

8. Mai 2021

Virtuelle Orgelnacht
Organist*innen aus Basel

 

24. Mai 2021, 18:00 und 20:00 Uhr

Festliche Orgelmusik zu Pfingsten
Matthias Maierhofer 

 

5. Juli 2021, 19:30 Uhr

Französische Romantik
Ben van Oosten 

 

23. August 2021, 19:30 Uhr

Sopran und Oboe
Nuria Rial, Heinz Holliger, Babette Mondry 

 

18. September 2021, 11.00 - 17:30 Uhr

Tag der offenen Türe
Ekaterina Kofanova u.a.

 

20. September 2021, 19:30 Uhr

Orgel und Schrift
Ekaterina Kofanova, Benedict Schubert 

 

18. Oktober 2021, 19:30 Uhr

Orpheus von Amsterdam
Voces suaves, Jörg-Andreas Bötticher

 Die Konzerte wurden 2021 unterstützt durch:

LogoKirchgemeinde BaselWest

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Sulger stiftung

GGG Logo transp

BKB Logo

 Migros kulturprozent

Gefördert durch die

Willy A. und Hedwig Bachofen-Henn-Stiftung, Basel

L.+Th. La Roche-Stiftung, Basel

Friedensklänge

Virtuelle Orgelnacht

8. Mai 2021
76 Jahre Rimini-Orgel

 Die Idee und Programmauswahl wurden inspiriert durch die Geschichte der Rimini-Orgel: einer Orgel, die im Sommer 1945 im Gefangenenlager Rimini von Lagerinsassen aus Kriegsabfällen erbaut wurde. Für viele Menschen war diese Orgel ein Mittel zum Bewahren der Menschenwürde, ein Mittel, um Gemeinschaft zu schaffen und letztlich ein Zeichen für Völkerverständigung und Frieden. Mit unserem Beitrag möchten wir daran erinnern, wie wichtig Musik und Kunst für die menschliche Existenz sind.

Die ausgewählten Kompositionen beleuchten verschiedene Aspekte des Themas Krieg und Frieden. Zur Aufführung kommen unter anderem Werke von Komponisten, deren Schicksal unmittelbar mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden ist.

Im Hinblick auf die aktuelle Corona-Situation wurde die Orgelnacht in ihrem vollen Umfang auf das nächste Jahr verschoben. Dieses Jahr präsentieren wir eine reduzierte virtuelle Ausgabe, mit Videos von einzelnen Orgelwerken aus dem ursprünglich vorgesehenen Programm. Es spielen Susanne Böke, Ekaterina Kofanova, Tobias Lindner, Gregor Simon und Matthias Wamser.

Organistinnen und Organisten aus Basel haben ihre Beiträge an der Orgel der Peterskirche aufgenommen. In kurzen Kommentaren werden die eingespielten Werke und ihr Bezug zum Thema erläutert. Unser Gast, deutscher Organist und Komponist Gregor Simon stellt nicht nur seine eigene Komposition, sondern auch die bedeutende historische Holzhey-Orgel im Münster Obermarchtal vor.

​​Konzertprogramm

Konzerteinführung: zur Geschichte der Rimini-Orgel

Ekaterina Kofanova, Titularorganistin an der Peterskirche

VIDEO bitte hier anklicken

Tobias Lindner, (Professor an der Schola Cantorum Basiliensis)

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Anonym   Pavana Lachrymae
Jean Langlais (1907-1991)    Chant de paix (1945)
Thomas Tomkins (1571-1656)   A sad Pavan for these distracted times (February 14, 1649)

Ekaterina Kofanova, Titularorganistin an der Peterskirche Basel

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Josef Rheinberger
(1839 - 1901)
  aus der Orgelsonate Op. 20 F-Dur „Zur Friedensfeier“: Praeludium

Gregor Simon, Münster Obermarchtal (DE)

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Gregor Simon (*1969)   Evocations „Iam Christe, sol iustitiae“ (2011)

Matthias Wamser, Organist an der kath. Kirche St. Anton Basel

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Tilo Medek (1940 – 2006)   Choralspiel für Orgel „Verleih‘ uns Frieden gnädiglich“ (1978)

Susanne Böke, Organistin an der Tituskirche Basel

VIDEO bitte hier anklicken

Paul Hindemith (1895-1963)   aus der Sonate II (1937):
1. Satz "Lebhaft"
2. Satz "Ruhig, bewegt"

Konzertinformationen

Eine Frage treibt viele Kunst- und Kulturschaffende nun seit einem Jahr um: Ist die Kunst im Allgemeinen und die Musik im Besonderen „systemrelevant“ oder nur ein Schmuckwerk und daher unter besonderen Umständen verzichtbar? Dass Musik gerade in einer Notlage nicht weniger als das tägliche Brot zum Überleben notwendig ist und eine Quelle der Hoffnung sein kann, davon erzählt die tief ergreifende Geschichte der Rimini-Orgel.

Diese Orgel wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs im Kriegsgefangenenlager Rimini-Belaria von dessen Insassen unter schwierigsten Bedingungen erbaut: Alte Konservendosen wurden zu Orgelpfeifen, Holzkästen zu Windladen und Gehäuse, Stahldraht zu Abstrakten, alte Stiefelschäfte zu Dichtungen von Ventilen. Nach drei Monaten und 3.600 Arbeitsstunden, am Sonntag, den 15. September 1945, erklingen die ersten Töne der Orgel. Sie steht im Freien am Strand noch im 4 Meter hohen Gerüst, kunstvoll zusammengefügt aus handgesägten Latten und Brettern, zwei Flügeltüren rechts und links mit einem grossen, überragenden Kreuz in der Mitte: ein Kunstwerk aus Kriegsabfällen.

Die Rimini-Orgel war für viele Menschen nicht nur ein Musikinstrument, sondern ein Mittel zum Überleben, zum Bewahren der Menschenwürde, ein Mittel, um Gemeinschaft zu schaffen und letztlich ein Zeichen für Völkerverständigung und Frieden. In einem Zeitungsbericht von 1945 lesen wir: „Prunkstück der ganzen Lagerstadt mehr als nur ein Stück Robinson-Romantik. Ist diese Orgel aus Konservenblech und altem Schuhleder nicht ein Zeugnis dafür, dass selbst Schrecken und Nöte vieler Kriegsjahre nicht imstande sind, die uralte Sehnsucht der Menschen nach Schönem und Edlen abzutöten? Und jeden, welche am Menschengeschlechte verzweifeln wollen, mögen daraus neue Mut schöpfen, um an das Gute im Menschen zu glauben“.

Inspiriert von der Geschichte der Rimini-Orgel, spielen Basler Organist*innen Werke, die verschiedene Aspekte des Themas Krieg und Frieden beleuchten, übertragen zur Ambivalenz äusserste Bedrängnis und Paradies oder im Zusammenhang Tod und Auferstehung.

Mehr Informationen zur Geschichte der Rimini-Orgel, sowie Zeugenberichte und Bildmaterial finden Sie unter www.rimini-orgel.de

Artikel von Ekaterina Kofanova in der Zeitschrift Musik & Gottesdienst zum Thema "Rimini-Orgel": pdf

Ekaterina Kofanova

Über die Musizierenden
Tobias Lindner

Andreas Jud

wurde 1975 in Deggendorf (Bayern) geboren. Ersten Orgelunterricht erhielt er von Wolfgang Riegraf und Roland Götz.
Im Rahmen seiner Ausbildung an der Fachakademie für katholische Kirchenmusik in Regensburg studierte er Orgel bei Karl Friedrich Wagner, anschliessend an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg/Breisgau bei Klemens Schnorr. Nach dem A-Examen in Freiburg setzte er seine Ausbildung an der Schola Cantorum Basiliensis fort und schloss das "Diplom für Alte Musik“ mit Auszeichnung ab. Er studierte Orgel und Cembalo bei Andrea Marcon und Generalbass bei Gottfried Bach. Tobias Lindner besuchte fast 40 Kurse bei namhaften Vertretern der Orgelwelt, um möglichst vielen Facetten des Instruments und seiner Musik kennen zu lernen. Er ist Preisträger verschiedener internationaler Orgelwettbewerbe (Innsbruck, Brügge, Nürnberg, Landau). In den Jahren 2001 bis 2005 war er als Cembalist und Organist regelmässig beim Venice Baroque Orchestra unter der Leitung von Andrea Marcon verpflichtet.
Lindner ist seit 2002 hauptberuflicher Kirchenmusiker in Basel und hat an der dortigen Schola Cantorum Basiliensis einen Lehrauftrag für Generalbass und Cembalo. Von 2004 bis 2016 war er Lehrbeauftragter für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.
Seit März 2016 ist er Professor für Orgel an der Schola Cantorum Basiliensis.

Ekaterina Kofanova

Kofanovageboren 1973 in Minsk (Belarus) wuchs in einer Musikerfamilie auf. Ihre vielseitige musikalische Ausbildung erhielt sie am Musiklyzeum ihrer Heimatstadt, welche sie 1991 mit Auszeichnung abschloss. 1991 bis 1999 studierte Ekaterina Kofanova Musikwissenschaft (u.a. bei Prof. Dr. Inna Barsova) und Orgel bei Prof. Alexei Parschin am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau. Nach ihrer Promotion erhielt Ekaterina Kofanova einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Orgel an der Musikakademie in Minsk und eine Stelle als Organistin an der Belarussischen Staatlichen Philharmonie. Ekaterina Kofanova setzte ihr Orgelstudium bei Prof. Martin Sander an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg fort. Dort schloss sie ihr Solistendiplom mit Auszeichnung ab und absolvierte ihr kirchenmusikalisches Studium (A-Diplom). Anfang 2009 wurde sie zur Kirchenmusikerin und Leiterin der Konzertreihe an der Friedenskirche in Bern gewählt. Seit März 2016 ist Ekaterina Kofanova Titularorganistin an der Peterskirche Basel und künstlerische Leiterin des Orgelvereins St. Peter. Als Organistin übt Ekaterina Kofanova eine rege Konzerttätigkeit in Deutschland, in der Schweiz sowie anderen europäischen Ländern aus. Sie nahm an Meisterkursen namhafter Interpreten teil und erhielt Auszeichnungen bei bedeutenden internationalen Orgelwettbewerben. Ausserdem ist sie als Kammermusikerin, Continuospielerin und Chorleiterin aktiv.

Gregor Simon

Andreas Jud

studierte Kirchenmusik (A) in Saarbrücken und München sowie Musiktheorie und Gehörbildung in Detmold. Er war 1997 bis 2001 Dekanatskantor und Kirchenmusiker in Stuttgart und 2002 bis 2012 Kirchenmusiker in Laupheim, seit 2008 auch Dekanatskantor der Dekanatsregion Ochsenhausen-Illertal.
Seit 2013 ist er als freiberuflicher Organist, Chorleiter und Komponist tätig. Im Auftrag der Diözese Rottenburg-Stuttgart betreut er als Kustos die historische Holzhey-Orgel im Münster Obermarchtal. 2014 gründete er den Konzertchor Oberschwaben. 2015 übernahm er die Leitung des Oratorienchor Ravensburg und 2018 zudem des Kirchenchores in Obermarchtal.
Es erschienen folgende CD-Einspielungen von Gregor Simon:
2008: Berühmte Orgeln u. a. in Ulm und Weingarten
2012: Die Silbermann-Orgeln in Dresden und in Villingen
2016: Die Holzhey-Orgel im Münster Obermarchtal
Als “Orgelimprovisation zum Stummfilm” erschien 2019: die DVD “Our hospitality”, ein Stummfilm von 1923 mit Buster Keaton. Seine Kompositionen wurden mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt im Jahr 2017 beim Kompositionswettbewerb des Deutschen Chorverbands mit „Verleih uns Frieden“ für Chor und Orgel den 2. Preis und mit „Linguis omnium“ für Orgel 2020 den 3. Preis beim Carl von Ossietzky-Kompositionswettbewerb. Kompositionen von Gregor Simon sind veröffentlicht unter anderem in den Verlagen Bärenreiter, Carus und Strube.

Matthias Wamser

Andreas Jud

studierte zunächst in der Abteilung Kirchenmusik der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart (bis zur A-Prüfung 1996), sodann an der Schola Cantorum in Basel (im Rahmen eines Aufbaustudiums bis 1999). Zu seinen Lehrern gehören Chr. Bossert, W. Jacob und J.-Cl. Zehnder (Orgel), W. Bezler und R. Lutz (Improvisation). Er ist als Chorleiter, Organist und Cembalist in den Regionen Basel und Zürich tätig; von 2008 bis 2013 war er Organist der reformierten Kirche Wallisellen ZH. Seit 2009 ist er Vorstandsmitglied des Zürcher Kirchenmusikerverbands, seit 2013 Kantor und Organist der Basler Antoniuskirche, seit 2014 Leiter des chor rüschlikon und seit 2015 Vorstandsmitglied des Kirchenmusikverbands im Bistum Basel. Sein besonderes Interesse gilt der Orgelmusik des 20. Jahrhunderts, zu der er Vorträge und Publikationen vorgelegt hat. Im Rahmen seiner Konzerttätigkeit hat er zahlreiche Uraufführungen gespielt und mit renommierten Ensembles zusammengearbeitet (u.a. Südfunkchor Stuttgart, Basler Sinfonieorchester), auch bei CD- und Rundfunkproduktionen (SWR, MDR, BR, SRF). Als freier Mitarbeiter einiger Musikverlage betreut er Editionen alter und neuer Musik.

Susanne Böke

Kofanova

Susanne Böke, in Basel geboren und aufgewachsen, studierte Orgel und Klavier in Basel, Paris und Zürich u.a. bei Guy Bovet, Jean Langlais, Erna Ronca. Dem Studium in Basel, das sie mit dem Lehr- und Konzertdiplom abschloss, folgten zwei Studienjahre in Paris bei Marie-Louise und Jean Langlais, wo sie sich in die französische Romantik - insbesondere das Werk César Francks vertiefte. Die beiden Tasteninstrumente eröffneten ihr ein breites Wirkungsfeld: Sie spielt zu kirchlichen wie weltlichen Anlässen aller Art, unterrichtet eine Klavierklasse und war bis 2018 Mitglied des Mondnachtensemble Basel.
Mit der Offenen Kirche Elisabethen Basel verbinden sie die ersten zehn Jahre als Citykirche von 1994-2004 und die Jahre 2014-2018 als deren Hausorganistin. In der stimmungsvollen, neugotischen Kirche mit sehr viel Hall wurden zahlreiche Projekte zum Leben erweckt. Konzertprojekte mit Orgel und Tanz, Elektronik, Schlagzeug und Gamelan, Uraufführung der «missa digitalis», und die Gründung des Mondnacht Ensemble Basel. An Orgelführungen brachte sie die wertvolle Merklin Orgel von 1864 einer breiten Öffentlichkeit näher.
Seit 2018 ist Susanne Böke Hauptorganistin an der Titus Kirche Basel, wo ihr die künstlerische Leitung der Konzertreihe «point d’orgue» obliegt.

Eintritt frei, Kollekte