Festliche Orgemusik zu Pfingsten
Konzert
Pfingstmontag 24. Mai 2021, 18:00 Uhr und 20:00 Uhr
Matthias Maierhofer (Freiburg i. Breisgau), Orgel
Werke von F. Tunder, J. S. Bach, A. Nishimura und M. Reger
Sollten Sie verhindert sein, am Konzert teilzunehmen, bitte abmelden (auch kurzfristig), damit wir die Plätze für weitere Konzertgäste freigeben können. Bitte schicken Sie dazu eine Email mit Angabe des Namens und der Anzahl abgemeldeter Personen auf .
Konzertprogramm
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Franz Tunder 1614-1667 |
"Komm, Heiliger Geist, Herre Gott" |
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Johann Sebastian Bach |
Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur BWV 564 |
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Akira Nishimura |
Vision in Flames |
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Johann Sebastian Bach |
Triosonate in G-Dur BWV 530 |
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Max Reger |
Pfingsten |
Konzertinformationen
Das Pfingstfest hat über Jahrhunderte Komponisten inspiriert dieses außerordentliche Geschehen, oft tradiert in Chorälen, darzustellen und zu deuten. Das am Anfang und Ende des Konzertes verwendete „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“ ist dabei ganz zentral zu nennen und basiert dabei auf der Pfingst Antiphon „Veni sancte spiritus“, die deutsche Übersetzung und die 2. und 3. Strophe stammen von Martin Luther.
Kom heyliger geyst herre Gott
erful mit deyner gnaden gutt
deyner gleubgen hertz mut vnnd synn /
deyn brunstig lieb entzund yn yhn
O herr durch deynes liechtes glast /
zu dem glauben versamlet hast /
das volck auß aller wellt zungen /
das sey dyr her zu lob gesungen /
Alleluia. Alleluia.
Du heiliges liecht edler hort /
laß vns leuchten des lebens wort.
Vnd lern vns Gott recht erkennen /
vonn hertzen vatter yhn nennen.
O herr behut vor frembder leer /
das wir nicht meister suchen meer.
Denn Jhesum mit rechten glawben /
vnd yhm aus gantzer macht vertrawen.
Alleluia Alleluia.
Du heylige brunst susser trost /
nu hylff vns frölich vnd getrost.
In deym dienst bestendig bleyben /
die trubsall vnns nicht abtreiben.
O herr durch dein krafft vns bereyt /
vnd sterck des fleisches blodigkeyt.
Das wir hie ritterlich ringen /
durch tod vnd leben zu dir dryngen.
Alleluia Alleluia
Franz Tunder, einer der bedeutendsten Komponisten der norddeutschen Schule und direkter Vorgänger von Dieterich Buxtehude an St. Marien in Lübeck, arbeitet die Verse in der Form der Choralfantasie aus, in dem der den cantus firmus verziert und durch die verschiedenen Stimmen des Orgelsatzes wandern läßt. Die damalige Blüte der Orgelkunst, in Komposition und Orgelbau, spiegelt sich in der großen Virtuosität und Darstellung von Affekten.
Johann Sebastian Bachs Schaffen umfasst einige der wichtigsten Werke des Orgelrepertoires - dabei waren sicherlich seine Toccaten und Triosonaten besonders herausragend und stilbildend. Stellen die Toccaten einen Gipfelpunkt der instrumentalen, virtuosen Behandlung eines Tasteninstrumentes dar, sind die Triosonaten das Pendant im kammermusikalischen Musizieren adaptiert für Orgel.
Im Zentrum des Konzertes steht ein aufwühlendes neues Orgelwerk des japanischen Komponisten Akira Nishimura - Musik im Spannungsfeld asiatischer Tradition und westlicher Moderne. Das Pfingstgeschehen, besonders die Naturgewalt im Brausen des Feuers, wird in der Apostelgeschichte sehr eindrucksvoll berichtet - in Nishimuras Vision of Flames kann man Ähnliches erahnen:
"Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ – Apg 2,1–4
Der Orgelzyklus op. 145 entstand in Max Regers letzten zwei Lebensjahren und ist getragen von dessen improvisatorischen Zugriff und Begeisterung für protestantische Choräle, die in allen 7 Stücken des Zyklus eine tragende Rolle spielen: Die Vorlage bilden wohl Erfahrungen aus Konzertimprovisationen, die Reger in dieser späten Schaffensperiode häufiger darbot. Das Stück „Pfingsten“ zitiert dabei wiederum den Pfingst Choral "Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“. Der Reger Freund und Zeitgenosse August König beschreibt Regers freies Musizieren dieser Zeit:
„Durch die Orgelimprovisationen Regers ging ein grüblerischer Zug, Wehmütiges, Gewaltiges im Klang - neben Innigem und Zartem, aber immer gekrönt, in oft fugierter Form, durch kraftvolle, siegesgewisse Choralgebundenheit."
Matthias Maierhofer
Über den Interpreten
Matthias Maierhofer

ist seit 2016 Professor für Orgel an der Musikhochschule Freiburg und wirkt als Domorganist am Münster ›Unserer Lieben Frau‹ in Freiburg. Nach erster Ausbildung bei Karl Schmelzer-Ziringer studierte er Orgel-, Alte Musik- und Kirchenmusik an den Hochschulen von Graz, Freiburg, Leipzig und an der Schola Cantorum in Basel. Zu seinen Lehrern gehörten u.a. Arvid Gast, Andrea Marcon, Kurt Neuhauser und Martin Schmeding. 2009 schloss er seine Studien mit einem Soloist Diploma mit Auszeichnung an der Musikhochschule Freiburg ab.
2007 konnte Matthias Maierhofer mit dem Pachelbel-Wettbewerb von Nürnberg einen der renommiertesten internationalen Orgelwettbewerbe gewinnen. Außerdem war er Preisträger beim Internationalen "Franz Schmidt-Orgelwettbewerb" von Kitzbühel 2008, beim Internationalen Bachwettbewerb Arnstadt 2007, beim Internationalen Orgelconcours von Nijmegen 2006 sowie beim Internationalen Orgelwettbewerb "M.K.Ciurlionis" in Vilnius 2003. Eine rege Konzerttätigkeit führte ihn seither in viele wichtige Konzertorte und zu bedeutenden Festivals in Europa, den USA, Russland, Japan und Südkorea. Als Solist und auch als Continuospieler trat Matthias Maierhofer mit Ensembles wie dem Dresdner Kreuzchor, dem Thomanerchor Leipzig, der Staatskapelle Dresden und der Staatskapelle Halle auf. Am Freiburger Münster musiziert er wöchentlich mit den Domsingknaben, der Mädchenkantorei, der Domkapelle und dem Domchor. Er wirkte bei CD-Produktionen und Publikationen der Edition Helbling mit, es liegen Aufnahmen bei diversen Rundfunkanstalten und bei den Labels Ambitus, Ambiente und Spektral vor. Seine Aufnahme von Bachs „Kunst der Fuge" war 2019 auf der Shortlist für den Preis der Deutschen Schallplatten Kritik.
Von 2009 bis 2013 leitete er eine Orgelklasse an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig. 2013 wurde Matthias Maierhofer als Nachfolger von Prof. Dr. Gerre Hancock auf die Professur für Orgel und Kirchenmusik an die University of Texas in Austin (USA) berufen - dort wurde er 2015 aufgrund herausragender pädagogischer Leistungen zum Dean‘s Fellow ernannt und mit dem Ducloux Fellowship des College of Fine Arts ausgezeichnet. In Austin war er zudem künstlerischer Leiter der “Great Organ Series” der University of Texas und gewähltes Mitglied des „Executive Committee“ der Butler School of Music. Von 2014 bis 2016 war Matthias Maierhofer Organist der Redeemer Presbyterian Church in Austin, die mit der historischen Holbrook Orgel und der großen Orgel op. 46 von Charles Fisk zwei der wichtigen amerikanischen Instrumente aus der Sammlung der Harvard University beherbergt. Matthias Maierhofer unterrichtet regelmäßig auf Kursen und ist als Juror bei Orgelwettbewerben tätig.
Eintritt frei, Kollekte



