Orgel im Dialog mit der Schrift
Konzert
Montag, 20. September 2021, 19:30 Uhr
Ekaterina Kofanova, Orgel
Pfr. Benedict Schubert, Texte
Werke von D. Buxtehude, J. Kuhnau und J. Reubke
Es gilt die vom Bundesrat verordnete Zertifikatspflicht. Weitere Informationen finden Sie hier.
Konzertprogramm
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Dietrich Buxtehude |
Praeludium in a BuxWV 153 |
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Johann Kuhnau |
“Der Streit zwischen David und Goliath” |
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Julius Reubke |
Orgelsonate “Der 94. Psalm” |
Konzertinformationen
In vielen biblischen Geschichten klingt Musik mit: es wird gesungen, gejubelt, getrauert und getanzt. Bibeltexte boten Musikern ihrerseits seit jeher Stoff für unzählige Vertonungen wie Motetten, Kantaten oder Oratorien. In der Reformation waren ganz besonders die Psalmen beliebt, einige der Psalmlieder haben es bis ins heutige Gesangbuch geschafft und werden immer noch gesungen.
Ist es aber möglich, eine Geschichte wie zum Beispiel den Kampf zwischen David und Goliath nur mit musikalischen Mitteln zu erzählen, ohne dass der Text gesungen oder gesprochen wird? Als der Leipziger Thomaskantor Johann Kuhnau (Amtsvorgänger von J.S. Bach) 1700 seine Biblischen Historien veröffentlichte, wagte er sich auf ein noch völlig unbekanntes Terrain. Er überlässt die Erzählung dem Klang eines Tasteninstruments, der Phantasie und dem Können des Spielers und der Vorstellungskraft seiner Zuhörer. Dabei sollen diese Instrumentalwerke nicht bloss klangmalerische Effekte wie Schnarchen oder Seufzen nachahmen, sondern die ganze Geschichte in Tönen nachempfinden. Dafür greift der Komponist zu den Ausdrucksmitteln der musikalischen Rhetorik (Klangrede) und verfasst ausserdem zu seinen Sonaten ausführliche Kommentare, die seine Interpretation der jeweiligen Geschichte verdeutlichen.
Eines der berühmtesten auf einem biblischen Text basierenden Werke in der Orgelmusik ist die monumentale Sonate „Der 94. Psalm“ vom romantischen Komponisten Julius Reubke. Er hat dieses ergreifende, tiefgründige Meisterwerk mit nur 23 Jahren geschrieben. Dem Beispiel von seinem Lehrer Franz Liszt folgend, komponierte Reubke keine Sonate im klassischen Sinne, sondern eine Symphonische Dichtung für Orgel, in der einzelne noch erkennbare Sätze zu einem Ganzen verschmelzen. Das Ganze wird durch ein prägnantes Leitmotiv zusammengehalten, das in seinen ständigen Transformationen dem Inhalt und den Stimmungen des Psalmtextes entsprechend unterschiedlichste Gestalten annimmt.
Der 94. Psalm gehört zu den sogenannten „Rachepsalmen“ und damit zu den schwierigen Bibeltexten, die durch ihre Wortgewalt beinahe verstörend wirken. Auch die Geschichte von David und Goliath wirft aus heutiger Sicht einige Fragen auf. Die biblischen Texte werden von Pfr. Benedict Schubert gelesen und kommentiert.
Über den Interpreten
Ekaterina Kofanova
geboren 1973 in Minsk (Belarus), wuchs sie in einer Musikerfamilie auf. Ihre vielseitige musikalische Ausbildung erhielt sie am Musiklyzeum ihrer Heimatstadt, welches sie 1991 mit Auszeichnung abschloss. 1991 bis 1999 studierte Ekaterina Kofanova Musikwissenschaft (u.a. bei Prof. Dr. Inna Barsova) und Orgel bei Prof. Alexei Parschin am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau. Nach ihrer Promotion erhielt Ekaterina Kofanova einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Orgel an der Musikakademie in Minsk und eine Stelle als Organistin an der Belarussischen Staatlichen Philharmonie.
Ekaterina Kofanova setzte ihr Orgelstudium bei Prof. Martin Sander an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg fort. Dort schloss sie ihr Solistendiplom mit Auszeichnung ab und absolvierte ihr kirchenmusikalisches Studium (A-Diplom). 2009 bis 2020 war sie als Kirchenmusikerin und Leiterin der Konzertreihe an der Friedenskirche in Bern tätig. Seit März 2016 ist Ekaterina Kofanova Titularorganistin an der Peterskirche Basel und künstlerische Leiterin des Orgelvereins St. Peter.
Als Organistin übt Ekaterina Kofanova eine rege Konzerttätigkeit in Deutschland, in der Schweiz sowie anderen europäischen Ländern aus. Sie nahm an Meisterkursen namhafter Interpreten teil und erhielt Auszeichnungen bei bedeutenden internationalen Orgelwettbewerben. Ausserdem ist sie als Kammermusikerin, Continuospielerin und Chorleiterin aktiv.
Benedict Schubert

Benedict Schubert, *1957, ist in Basel aufgewachsen. Nach Theologiestudium, Vikariat in der französischen Gemeinde, Ordination und Sprachaufenthalt in Lissabon lebte und arbeitete er mehrere Jahre als Pfarrer und theologischer Lehrer in Angola. Nach seiner Rückkehr promovierte er in Missionswissenschaft mit einer Arbeit über die Lage und Rolle der Kirchen im Krieg in Angola zwischen 1961-1991. 1996-2002 war er verantwortlich für das Pfarramts für weltweite Kirche BL/BS, 2002-2010 Studienleiter bei mission 21 – evangelisches missionswerk basel. 2004-2015 hatte er einen Lehrauftrag inne imFach «Aussereuropäisches Christentum»an der Basler Theologischen Fakultät. Seit Advent 2010 ist er Pfarrer an der Peterskirche in Basel mit einem besonderen Interesse dafür, in den Gottesdiensten Texte und Musik sorgfältig aufeinander zu beziehen. Seit ihrer Gründung ist er Mitglied der Communität Don Camillo mit Hauptsitz in Montmirail bei Neuchâtel; er ist verheiratet, hat vier erwachsene Kinder, zwei Pflegekinder aus Afghanistan und ist zusammen mit seiner Frau Leiter des Studentenheims Theologisches Alumneum in Basel.
Eintritt frei, Kollekte



