Verein Orgelmusik St. Peter

Konzerte 2020

2. Februar 2020, 11:15 Uhr

Matinée I

 

16. Februar 2020, 17:00 Uhr

Biblische Sonaten

 

1. März 2020, 11:15 Uhr

Matinée II

 

30. März 2020, 19:30 Uhr
verschoben auf Nov. 2020

Beethoven trifft auf Bach

 

4. Mai 2020, 19:30 Uhr
abgesagt

Musikalische Europareise

 

1. Juni 2020, 11:00 Uhr
verschoben auf 2021

Festliche Orgelmusik zu Pfingsten

 

6. Juli 2020, 19:30 Uhr

Orgel und Oboe

 

17. August 2020, 19:30 Uhr

Britisches - Iberisches

 

14. September 2020, 19:30 Uhr

Orgel und Schlagzeug

 

19. Oktober 2020, 19:30 Uhr

Orgel und Orchester

 

16. November 2020, 19:30 Uhr
verschoben auf 2022

Beethoven trifft auf Bach

 Die Konzerte wurden 2020 unterstützt durch:

LogoKirchgemeinde BaselWest

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Sulger stiftung

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 Migros kulturprozent

Gefördert durch die

Willy A. und Hedwig Bachofen-Henn-Stiftung, Basel

L.+Th. La Roche-Stiftung, Basel

Zerklüftete Landschaften

Konzert

Montag, 14. September 2020, 19:30 Uhr

Andy Blöchliger, Schlagzeug
Andreas Jud, Orgel

Werke von Eben, JS Bach, Glass, Böhm

Eindrücke vom Konzert

Konzertprogramm

Petr Eben
1929 – 2007

Landscapes of Patmos for Organ and Percussion
I. Landscape with Eagle

Johann Sebastian Bach
1685 - 1750

Meine Seele erhebt den Herrn – Fuga sopra il Magnificat (Orgel solo)

Petr Eben

Landscapes of Patmos
II. Landscape with the Eldest

Georg Böhm
1661 – 1733

Choralpartita "Ach wie nichtig, ach wie flüchtig (Orgel solo)

Petr Eben

Landscapes of Patmos
III. Landscape with Temple

Philip Glass
*1937

Mad Rush (Orgel solo)

Petr Eben

Landscapes of Patmos
IV. Landscape with Rainbow

Georg Böhm

Vater unser im Himmelreich (Orgel solo)

Petr Eben

Landscapes of Patmos
V. Landscape with Horses

Konzertinformationen

Die Landscapes of Patmos vom tschechischen Komponisten Petr Eben lassen vorerst an idyllische Bilder der ägäischen Insel Patmos denken. Dennoch sind die Sätze weniger als exakte musikalische Wiedergabe von bestehenden Landschaften zu verstehen, denn Johannes hat auf dieser Insel seine Offenbarungen geschrieben. Das Werk ist also viel mehr Ausdruck der persönlichen Inspirationen des Komponisten, die er aus der Beschäftigung mit der Offenbarung gewonnen hat.
Das fünfsätzige Werk ist ganz auf den feierlichen Zentrumssatz Landscape with Temple ausgerichtet. Die zwei kürzeren, etwas pittoresken Sätze mit den Ältesten und dem Regenbogen umrahmen den Tempel, da ihre Symbolik in dessen Nähe gehört. Die beiden „animalischen“ Sätze – der Adler und die Pferde – sorgen für das dramatische Element.
Über den Gebrauch des Schlagzeugs schreibt Eben selbst im Vorwort: „Die drei Hauptsätze konzentrieren sich auf drei kontrastierende Klangfarben: der erste Satz auf Trommeln mit Tom-Toms und Trommel, der dritte auf metallische Klänge mit Tam-tam, Cymbals, Glocken und Glockenspiel, der letzte auf holzige Klänge mit Tempel Blocks und Xylophon. Die Klangfarben der übrigen Sätze sind gemischt.“
Der fünfte Satz Landscape with Horses gibt die Szenerie bildlich am deutlichsten wieder. In der Offenbarung reitet Christus mit einem Heer auf weissen Pferden gegen alle Heiden und falschen Könige (Offb 19, 11-21). Das Galoppieren wird in prägnanten triolischen Rhythmen der Orgel auf wechselnden Manualen und der Temple Blocks des Schlagzeugs hörbar gemacht. Thematisch bezieht Eben sein Material aus der berühmten Sequenz des Requieums, dem Dies Irae.

Dies irae

In verschiedenen Variationen beherrscht das Dies Irae die Szenerie, bis nach einer atemlosen Steigerung ein zweiter gregorianischer Choral hinzutritt: der Osterhymnus Victimae paschali laudes:

Victimae paschali

 

Choralartig und mächtig eingeführt, geraten die beiden Themen, Tod und Auferstehung, in einen wilden Konflikt, den schlussendlich der Osterhymnus triumphalisch gewinnt.

Philipp Glass ist für seine Kompositionen im Stil der Minimal Music berühmt. Mit scheinbar wenig musikalischem Material werden grossflächige Klänge und Stücke erzeugt. Mad Rush besteht aus zwei gegensätzlichen Flächen. Eine meditative mit dem flimmernden Gegensatz von zwei gegen drei und eine wilde mit flammenden Arpeggios.

Die Fuga sopra il Magnificat von Johann Sebastian Bach ist eigentlich sogar eine Doppelfuge. Das Fugenthema wird nicht wie sonst alleine vorgestellt, sondern sofort durch eine Gegenstimme ergänzt. Das Magnificat im berühmten Tonus Peregrinus erklingt zum Ende der Fuge hin in langen Noten mächtig im Pedal. Dass Bach von Georg Böhm begeistert war und extra zu ihm nach Lüneburg pilgerte, lässt sich gut am Choralvorspiel Vater unser im Himmelreich nachvollziehen. Ein kunstvoll verzierter Cantus Firmus schwebt über einer harmonisch raffinierten und pulsierenden Begleitung.

Text: Andreas Jud

Über die Musizierenden
Andy Blöchliger

Andy Blöchlingerist in St. Gallen geboren und in Goldach aufgewachsen. Seine fundierte Ausbildung im jugendlichen Alter führte ihn von Goldach nach Winterthur, Luzern, Trento (Italien), New York und zuletzt nach Basel, wo er Schlagzeug studierte. Er durfte bei namhaften Musikern wie dem Marimba-Virtuosen, Leigh Howard Stevens und dem Solopauker der Berliner Philharmoniker, Rainer Seegers zusätzlichen Unterricht geniessen. Er ist Zuzüger in mehreren Orchestern wie dem «Berner Kammerorchester» oder der «baselsinfonietta», mit welcher er auch einige Male an den Salzburger Festspielen gastieren konnte und er war Solopauker im RMMO-Symphonic Orchestra, welches hauptsächlich CD- und Kinofilmproduktionen einspielte.
2012 durfte Andy Blöchliger als Gastmusiker an den Abendmusikkonzerten im Berner Münster ein Konzert spielen, welches vom Schweizer Radio DRS 1 übertragen wurde. Nebst der Orchester- und Soloarbeit gibt er in Workshops oder Registerleitungen sein Wissen weiter. Nicht nur die klassische, sondern auch die Jazz- und Popularmusik, welche er in seiner eigens gegründeten Big Band zum Besten gibt, liegen dem ostschweizer Musiker nahe.

Andreas Jud

Andreas Jud

ist 1986 geboren und in der Ostschweizaufgewachsen. Er erhielt schon früh von seinem Vater Unterricht in Klavier, Violine und Orgel. Noch während dem Besuch der Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen begann er mit dem Studium im Fach Orgel bei Jean-Claude Zehnder an der Musikhochschule der Stadt Basel. Es folgten Studien bei Guy Bovet und Martin Sander. Weitere wichtige Impulse erhielt er unter anderem von Tobias Lindner, Ben van Oosten, sowie Rudolf Lutz für Improvisation.
Für sein Masterkonzert erhielt Andreas Jud den Hans-Balmer-Preis des Basler Organistenverbandes für das beste Orgeldiplom zugesprochen. Er ist Preisträger internationaler Wettbewerbe in Montréal (2011) und Nürnberg (2013). 2014 bis 2016 war er Stipendiat im Förderprogramm für junge Musizierende der Notenstein La Roche Privatbank. Konzertengagements führten Andreas Jud bisher in den gesamten deutschsprachigen Raum, sowie nach Paris und Los Angeles. Seit 2014 war er an der Stadtkirche Lenzburg tätig und wurde 2020 als Hauptorganist an die Kirche St. Johann und das Münster zu Allerheiligen in Schaffhausen gewählt.

Eintritt frei, Kollekte