Zerklüftete Landschaften
Konzert
Montag, 14. September 2020, 19:30 Uhr
Andy Blöchliger, Schlagzeug
Andreas Jud, Orgel
Werke von Eben, JS Bach, Glass, Böhm
Eindrücke vom Konzert
Konzertprogramm
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Petr Eben |
Landscapes of Patmos for Organ and Percussion |
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Johann Sebastian Bach |
Meine Seele erhebt den Herrn – Fuga sopra il Magnificat (Orgel solo) |
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Petr Eben |
Landscapes of Patmos |
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Georg Böhm |
Choralpartita "Ach wie nichtig, ach wie flüchtig (Orgel solo) |
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Petr Eben |
Landscapes of Patmos |
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Philip Glass |
Mad Rush (Orgel solo) |
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Petr Eben |
Landscapes of Patmos |
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Georg Böhm |
Vater unser im Himmelreich (Orgel solo) |
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Petr Eben |
Landscapes of Patmos |
Konzertinformationen
Die Landscapes of Patmos vom tschechischen Komponisten Petr Eben lassen vorerst an idyllische Bilder der ägäischen Insel Patmos denken. Dennoch sind die Sätze weniger als exakte musikalische Wiedergabe von bestehenden Landschaften zu verstehen, denn Johannes hat auf dieser Insel seine Offenbarungen geschrieben. Das Werk ist also viel mehr Ausdruck der persönlichen Inspirationen des Komponisten, die er aus der Beschäftigung mit der Offenbarung gewonnen hat.
Das fünfsätzige Werk ist ganz auf den feierlichen Zentrumssatz Landscape with Temple ausgerichtet. Die zwei kürzeren, etwas pittoresken Sätze mit den Ältesten und dem Regenbogen umrahmen den Tempel, da ihre Symbolik in dessen Nähe gehört. Die beiden „animalischen“ Sätze – der Adler und die Pferde – sorgen für das dramatische Element.
Über den Gebrauch des Schlagzeugs schreibt Eben selbst im Vorwort: „Die drei Hauptsätze konzentrieren sich auf drei kontrastierende Klangfarben: der erste Satz auf Trommeln mit Tom-Toms und Trommel, der dritte auf metallische Klänge mit Tam-tam, Cymbals, Glocken und Glockenspiel, der letzte auf holzige Klänge mit Tempel Blocks und Xylophon. Die Klangfarben der übrigen Sätze sind gemischt.“
Der fünfte Satz Landscape with Horses gibt die Szenerie bildlich am deutlichsten wieder. In der Offenbarung reitet Christus mit einem Heer auf weissen Pferden gegen alle Heiden und falschen Könige (Offb 19, 11-21). Das Galoppieren wird in prägnanten triolischen Rhythmen der Orgel auf wechselnden Manualen und der Temple Blocks des Schlagzeugs hörbar gemacht. Thematisch bezieht Eben sein Material aus der berühmten Sequenz des Requieums, dem Dies Irae.

In verschiedenen Variationen beherrscht das Dies Irae die Szenerie, bis nach einer atemlosen Steigerung ein zweiter gregorianischer Choral hinzutritt: der Osterhymnus Victimae paschali laudes:

Choralartig und mächtig eingeführt, geraten die beiden Themen, Tod und Auferstehung, in einen wilden Konflikt, den schlussendlich der Osterhymnus triumphalisch gewinnt.
Philipp Glass ist für seine Kompositionen im Stil der Minimal Music berühmt. Mit scheinbar wenig musikalischem Material werden grossflächige Klänge und Stücke erzeugt. Mad Rush besteht aus zwei gegensätzlichen Flächen. Eine meditative mit dem flimmernden Gegensatz von zwei gegen drei und eine wilde mit flammenden Arpeggios.
Die Fuga sopra il Magnificat von Johann Sebastian Bach ist eigentlich sogar eine Doppelfuge. Das Fugenthema wird nicht wie sonst alleine vorgestellt, sondern sofort durch eine Gegenstimme ergänzt. Das Magnificat im berühmten Tonus Peregrinus erklingt zum Ende der Fuge hin in langen Noten mächtig im Pedal. Dass Bach von Georg Böhm begeistert war und extra zu ihm nach Lüneburg pilgerte, lässt sich gut am Choralvorspiel Vater unser im Himmelreich nachvollziehen. Ein kunstvoll verzierter Cantus Firmus schwebt über einer harmonisch raffinierten und pulsierenden Begleitung.
Text: Andreas Jud
Über die Musizierenden
Andy Blöchliger
ist in St. Gallen geboren und in Goldach aufgewachsen. Seine fundierte Ausbildung im jugendlichen Alter führte ihn von Goldach nach Winterthur, Luzern, Trento (Italien), New York und zuletzt nach Basel, wo er Schlagzeug studierte. Er durfte bei namhaften Musikern wie dem Marimba-Virtuosen, Leigh Howard Stevens und dem Solopauker der Berliner Philharmoniker, Rainer Seegers zusätzlichen Unterricht geniessen. Er ist Zuzüger in mehreren Orchestern wie dem «Berner Kammerorchester» oder der «baselsinfonietta», mit welcher er auch einige Male an den Salzburger Festspielen gastieren konnte und er war Solopauker im RMMO-Symphonic Orchestra, welches hauptsächlich CD- und Kinofilmproduktionen einspielte.
2012 durfte Andy Blöchliger als Gastmusiker an den Abendmusikkonzerten im Berner Münster ein Konzert spielen, welches vom Schweizer Radio DRS 1 übertragen wurde. Nebst der Orchester- und Soloarbeit gibt er in Workshops oder Registerleitungen sein Wissen weiter. Nicht nur die klassische, sondern auch die Jazz- und Popularmusik, welche er in seiner eigens gegründeten Big Band zum Besten gibt, liegen dem ostschweizer Musiker nahe.
Andreas Jud

ist 1986 geboren und in der Ostschweizaufgewachsen. Er erhielt schon früh von seinem Vater Unterricht in Klavier, Violine und Orgel. Noch während dem Besuch der Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen begann er mit dem Studium im Fach Orgel bei Jean-Claude Zehnder an der Musikhochschule der Stadt Basel. Es folgten Studien bei Guy Bovet und Martin Sander. Weitere wichtige Impulse erhielt er unter anderem von Tobias Lindner, Ben van Oosten, sowie Rudolf Lutz für Improvisation.
Für sein Masterkonzert erhielt Andreas Jud den Hans-Balmer-Preis des Basler Organistenverbandes für das beste Orgeldiplom zugesprochen. Er ist Preisträger internationaler Wettbewerbe in Montréal (2011) und Nürnberg (2013). 2014 bis 2016 war er Stipendiat im Förderprogramm für junge Musizierende der Notenstein La Roche Privatbank. Konzertengagements führten Andreas Jud bisher in den gesamten deutschsprachigen Raum, sowie nach Paris und Los Angeles. Seit 2014 war er an der Stadtkirche Lenzburg tätig und wurde 2020 als Hauptorganist an die Kirche St. Johann und das Münster zu Allerheiligen in Schaffhausen gewählt.
Eintritt frei, Kollekte






















