Beethoven trifft auf Bach
Konzert
Montag, 16. November 2020, 19:30 Uhr
SONOS Quartett mit Jiří Němeček undStefanie Bischof (Violinen), Martina Bischof (Viola) und Andrea Bischof (Violoncello)
Ekaterina Kofanova, Orgel
Werke von JS Bach, Mozart, Beethoven
abgesagt und verschoben auf 2022
Information zu Covid19
Auf Grund der Bestimmungen des Bundesrates mit einer Begrenzung auf 50 Konzertgäste können wir das Konzert leider nicht mehr durchführen. Wir werden versuchen, das Konzert auf nächstes oder übernächstes Jahr zu verschieben.
Konzertprogramm
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Johann Sebastian Bach |
Stücke aus Wohltemperierten Klavier in Bearbeitungen für Streichquartett und an der Orgel: Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564 |
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Ludwig van Beethoven |
Grosse Fuge für Streichquartett Op. 133 |
| Johann Sebastian Bach | Konzert für Orgel und Streichquartett (Original für Cembalo und Streicher) D-Dur BWV 1054 Allegro - Adagio - Allegro |
Konzertinformationen
«Bach sollte nicht Bach, sondern Meer heissen», soll Beethoven einmal gesagt haben. Mit diesem poetischen Aphorismus bekannte sich Beethoven, der sonst gerne mit Traditionen brach und eigene, oft revolutionäre Wege in der Musikkunst beschritt, zu einer der wichtigsten Quellen seiner Inspiration – der Musik von J. S. Bach, den er in einem seiner Briefe als «Urvater der Harmonie» bezeichnete. Auch wenn Beethoven im Gegensatz zu Bach keine nennenswerten Orgelwerke hinterlassen hat, widmen wir das erste Konzert unserer diesjährigen Orgelkonzertreihe, das am 335. Geburtstag von J.S. Bach stattfindet, dem Dialog der beiden grossen Bs.
Heute gehören Beethoven und Bach zu den bekanntesten Komponisten weltweit. Doch wie kam es dazu, dass gerade diese Komponisten und ihre Werke zu «Klassikern» wurden? Die Voraussetzungen dafür waren nicht per se gegeben. Dem vorherrschenden Musikgeschmack Mitte des 18. Jahrhunderts entsprach vor allem der «empfindsame Stil» (dem bereits Bach-Söhne angehörten), etwas später wurde er von der frühen Klassik abgelöst. Die Musik des «alten» Bach kam vielen Zeitgenossen altmodisch und gekünstelt vor, die Werke des immerhin 85 Jahre jüngeren Beethoven galten zunächst als unverständlich, radikal und verstörend. Im 19. Jahrhundert schwankt die Rezeption bald in die andere Extreme: die Musikgeschichte wird umgeschrieben, nun steht Bach als Anfang und Beethoven als Ziel ihrer Entwicklung. Die Musik vor Bach verschwindet vorläufig von der Bildfläche, immerhin können Haydn und Mozart ihren Platz in dieser Evolutionsgeschichte behalten. Ob der Heiligen- und Geniekult um Bach und Beethoven ihrer Musik einen guten Dienst erwiesen hat, sei dahingestellt; glücklicherweise gehört die Epoche pompöser, schwerfälliger Aufführungen mit monströsem Orchester- und Chorapparat der Vergangenheit an.
Wie Bach Beethovens Musik wohl empfunden hätte, darüber könnte man nur spekulieren. Beethoven aber wuchs, wie viele Generationen Klavierschüler bis zum heutigen Tage, mit dem Wohltemperierten Klavier auf. Frisch in Wien angekommen, wurde der 22-jährige Ausnahmepianist im Salon Baron van Swietens eingeführt, wo nach einer Aussage von Mozart «nichts gespielt wird, als Händel und Bach». Auf Anregung van Swietens bearbeitete Mozart einige Bach-Fugen für Streichquartett, ein Beispiel davon wird auch in unserem Programm zu hören sein. Der Einfluss der Bach’schen polyphonen Kunst auf Beethoven scheint zeitlich weniger unmittelbar zu sein. Beweise dafür findet man vor allem in seinen späten Werken, unter den berühmtesten die Grosse Fuge Op. 133 für Streichquartett.
Um ihre musikalischen Ideen zu verwirklichen, greifen Bach und Beethoven auf sehr unterschiedliche Klangkörper zurück: ist das Oeuvre von Bach ohne seine Orgelwerke undenkbar, spielt das Instrument zu Beethovens Zeit generell keine bedeutende Rolle; hingegen hat sich das für die Wiener Klassik so wichtige Ensemble wie Streichquartett zu Bachs Zeiten noch nicht als feste Besetzung etabliert. Und doch haben wir eine Schnittstelle gefunden, um ein Werk gemeinsam mit der Orgel und Streichquartett zu musizieren. Das Konzert BWV 1054 wurde eigentlich für Cembalo und Streicher komponiert; da diese Musik, sehr typisch für Bach, so wandelbar ist, lässt sie sich auch wunderbar mit der Orgel als Soloinstrument aufführen.
Ekaterina Kofanova
Über die Musizierenden
Jiří Němeček, Violine
Jiri Nemecek wurde 1976 in Tschechien geboren. Sein Geigenstudium hat er in Brünn und Prag absolviert. Weitere Studien haben ihn nach Madrid und Basel gebracht. Seine Tätigkeit als Primarius des Bennewitz Quartetts (1998-2013) hat ihn auf die internationalen Bühnen gebracht und wurde mit mehreren Preisen gekrönt. Seit 2011 lebt Nemecek in Basel. Er tritt regelmässig mit dem Sonos Ensemble und als Gastkonzertmeister u.a. bei Basler Orchestern auf.
Stefanie Bischof, Violine
Stefanie Bischof hat sowohl das Lehrdiplom, wie auch das Konzertdiplom an der Musikhochschule Basel, bei Thomas Füri und Raphaël Oleg mit Auszeichnung abgeschlossen. Sie ist Mitgründerin des Sonos Quartetts, das zwischen 2003 und 2006 intensiv bei Walter Levin und Sebastian Hamann geschult wurde. Seit August 2007 unterrichtet Stefanie Bischof an der Musikschule Reinach und seit 2008 zusätzlich auch in Münchenstein an der Musikschule und am Gymnasium. Neben dem Unterrichten gilt ihre grösste Leidenschaft der Kammermusik.
Martina Bischof, Viola
Martina Bischof hat schon früh ihre Liebe für die Bratsche entdeckt und erwarb 2007 in Basel das Konzertdiplom. Weitere Studien führten sie ans Mozarteum Salzburg, wo sie 2009 den Master mit Auszeichnung absolvierte. Martina Bischof hat in verschiedenen Orchestern als Solo-Bratschistin wie auch als Solistin wichtige Erfahrungen gesammelt, unter anderen im La Cetra Barockorchester Basel und dem Orchester der J.S. Bach-Stiftung unter Rudolf Lutz.
Andrea Bischof, Violoncello
Andrea Bischof schloss ihr Studium in Basel bei Thomas Demenga mit dem Lehrdiplom mit kammermusikalischem Schwerpunkt ab. Nach dem Studiengang “Interpretation/Performance” erlangt sie am Conservatorio della Svizzera Italiana bei Robert Cohen das Konzertdiplom. Andrea Bischof Gründungs-Mitglied des Sonos-Ensembles und konzertiert auch regelmässig mit dem italienischen Pianisten Tonino Riolo.
Ekaterina Kofanova, Orgel
wurde 1973 in Minsk (Belarus) geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Ihre vielseitige musikalischeAusbildung erhielt sie am Musiklyzeum ihrer Heimatstadt, welches sie 1991 mit Auszeichnung abschloss. 1991 bis 1999 studierte Ekaterina Kofanova Musikwissenschaft (u.a. bei Prof. Dr. Inna Barsova) und Orgel bei Prof. Alexei Parschin am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau. Nach ihrer Promotion erhielt Ekaterina Kofanova einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Orgel an der Musikakademie in Minsk und eine Stelle als Organistin an der Belarussischen Staatlichen Philharmonie. Ekaterina Kofanova setzte ihr Orgelstudium bei Prof. Martin Sander an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg fort. Dort schloss sie ihr Solistendiplom mit Auszeichnung ab und absolvierte ihr kirchenmusikalisches Studium (A-Diplom). Anfang 2009 wurde sie zur Kirchenmusikerin und Leiterin der Konzertreihe an der Friedenskirche in Bern gewählt. Seit März 2016 ist Ekaterina Kofanova Titularorganistin an der Peterskirche Basel und künstlerische Leiterin des Orgelvereins St. Peter. Als Organistin übt Ekaterina Kofanova eine rege Konzerttätigkeit in Deutschland, in der Schweiz sowie anderen europäischen Ländern aus. Sie nahm an Meisterkursen namhafter Interpreten teil und erhielt Auszeichnungen bei bedeutenden internationalen Orgelwettbewerben. Ausserdem ist sie als Kammermusikerin, Continuospielerin und Chorleiterin aktiv.
Eintritt frei, Kollekte



