Orgelmusik aus Albion und Aragon
Konzert
Montag, 17. August 2020, 19:30 Uhr
Benjamin Guélat (Domorganist an der St. Ursenkathedrale, Solothurn), Orgel
Werke von Händel, Bruna
Eindrücke vom Konzert
Konzertprogramm
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Georg Friedrich Händel |
Orgelkonzert F-Dur op. 4 Nr. 5 |
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Pablo Bruna |
Tiento de 2o tono por G sol re ut «Sobre la letania de la Virgen» |
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Georg Friedrich Händel |
Orgelkonzert g-Moll op. 4 Nr. 3 |
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Pablo Bruna |
Tiento de 1o tono de manoderecha |
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Georg Friedrich Händel |
Orgelkonzert B-Dur op. 4 Nr. 2 |
Konzertinformationen
Georg Friedrich Händels Konzerte für Orgel und Orchester zählen zu den berühmtesten Werken der abendländischen Musik überhaupt. Ihr in der Geschichte der Orgelliteratur einmaliger Erfolg fing zu Lebzeiten Händels an, als er sie als Zwischenaktmusik seiner grossen Oratorien aufführte und dabei selber den Solopart übernahm, und setzte sich bis heute ununterbrochen fort. Bereits wenige Jahre nach der Entstehung der Orgelkonzerte wurden davon einfache, für den Hausgebrauch gedachte Bearbeitungen für ein Tasteninstrument veröffentlicht. Es ist heute besonders verlockend, diese wunderschönen Werke für unsere moderne Orgeln zu arrangieren, sind doch die Solopassagen sozusagen «original» für Orgel komponiert; das Wechselspiel von Tutti und Solo lässt sich zudem wunderbar durch die Mehrmanualigkeit einer grösseren Orgel darstellen, wie man es unter anderem von J. S. Bachs Orgelbearbeitungen von Vivaldis Concerti schon kennt.
Das Wechselspiel von zwei oder drei Manualen, die je einem Klangkörper entsprechen, war hingegen im Spanien des 17. Jahrhunderts oft unbekannt oder unmöglich. Jedoch konnte Pablo Bruna, einer der wichtigsten Vertreter der aragonesischen Organistenschule, dank der für iberische Orgeln typischen Manualteilung einen Klang im Bass und einen anderen im Diskant auf dem einen und selben Manual registrieren. So bedeutet «Tiento de manoderecha/izquierda» (Stück für die rechte/linke Hand), dass die eine Hand eine Solostimme übernimmt und entsprechend registriert werden muss, währenddessen drei Begleitstimmen auf einer eigenen Registrierung die andere Hand beschäftigen. Die bei Bruna übliche Vierstimmigkeit darf sich auch in je zwei Bass- und Diskantstimmen gliedern, wie es bei der «Letania de la Virgen» (Litanei der Jungfrau) der Fall ist. Der Begriff «Tientolleno» (voll, sprich: ungeteilt) weist hingegen auf eine einheitliche Registrierung für beide Hände hin, wie in der grossartigen Hexachord-Fantasie («Sobreutre mi fasol la»), die kompositorisch den Vergleich mit Sweelinck, Byrd oder Froberger nicht zu scheuen braucht.
Im Vergleich zur graziösen Tonkunst Händels ist die Musik von Pablo Bruna nicht nur wesentlich unbekannter (und hierzulande entsprechend untervertreten im Konzertleben), sie ist ja auch in Ihrer würdevollen Ernsthaftigkeit ganz anderer Natur. Mögen diese zwei verschiedenartigen Musikstile durch ihre zugegebenermassen willkürliche Kombination ein besonderes Licht bekommen. Schliesslich lebt Musik von Dialogen, oder zumindest von Kontrastbildung, wie etwa im Gespräch zwischen Tutti und Solo eines Concerto, oder im polyphonen Diskurs von Solo- und Begleitstimmen eines iberischen Tiento.
Über den Interpreten
Benjamin Guélat

ist 1978 in Bure (JU) geboren. Seinen ersten Orgelunterricht bekam er von Benoît Berberat in Porrentruy. Nach einem abgeschlossenen Mathematikstudium an der ETH Zürich wandte er sich der Musik zu und studierte Orgel bei den Professoren Guy Bovet, Rudolf Lutz und Martin Sander an der Musik-Akademie Basel, wo er die Lehr-, Konzert- und Solistendiplome sowie den Master in historischer Improvisation erhielt. Der Hans-Balmer-Preis, der das beste Orgeldiplom auszeichnet, wurde ihm zweimal verliehen. Als Kirchenorganist amtete er 2001-2009 in der Kirche St-Marcel in Delémont, 2009-2017 in der Kirche Maria Krönung in Zürich-Witikon. Seit Juni 2017 ist er Domorganist in Solothurn. In seiner regen Konzerttätigkeit ist es ihm ein Anliegen, das klassische Orgelrepertoire möglichst aller Epochen und Stile zu pflegen. Als Spezialisierungen widmet er sich unter anderem der Stilimprovisation und der Stummfilmbegleitung.
Eintritt frei, Kollekte




















