Der Klang des Unsichtbaren
Konzert „Die Orgel im Dialog..."
Montag, 21. September 2026, 19:30 Uhr
ensemble someāl
Sylvia Nopper, künstlerische Leitung
Alissa Tritella, musikalische Leitung
Ekaterina Kofanova, Orgel
Werke von Komponistinnen: Roe, Laurin, Megias, von Bingen, Gubaidulina, Ferrari, Schumann, Chaminade, Szeghy, Ilie
Konzertprogramm
| Sonia Megías *1982, Spanien |
Deusa Antiga (Text: Suso de Toro, Folklore de Galicia) |
| Betty Roe *1930, Grossbritannien |
Music - Music’s Empire Nr.2 (Text: Ralph Waldo Emerson)/ 1991 |
| Rachel Laurin 1961-2023, Canada |
Petit Triptyque op. 93 / 2019 (Orgel solo) |
| Hildegard von Bingen 1098-1179, Deutschland |
O dulcissime amator (Text: Hildegard von Bingen) / 12. Jh. Viola Galli - Sopran Solo |
| Sofia Gubaidulina 1931-2025, Russland |
Aus den Visionen der Hildegard von Bingen / 1994 Sari Leijendekker - Alt Solo |
| Carlotta Ferrari *1975, Italien |
Nos sumus in mundo - Canti di Santa Ildegarda no.2 / 2007 |
| Clara Schumann 1819-1896 |
Präludium und Fuge op.16 / 1845 (Orgel solo) |
| Helena Munktell 1851-1919, Schweden |
Hymne (Text: Jens Christian Hostrup, frz. Übers.: Amédée-Landély Hettich) / 1899 |
| Adolpha Le Beau 1850-1927, Deutschland |
Sanctus op.65 / 1926 |
| Cécile Chaminade 1857-1944, Frankreich |
Messe op. 167 |
| Iris Szeghy *1956, Slowakei-Schweiz |
Psalm 130 / 1999 |
| Hilary Tann 1947-2023, Wales/USA |
The Moor (R.S.Thomas, aus der ‘Vulgata’, Welsh Hymn ‘Rheidol’) / 1997 |
| Ioana Ilie *1988, Rumänien-Schweiz |
Da dona nobis pacem (Liturgischer Messetext) / 2014/26 |
Konzertinformationen
Im Programm «Der Klang des Unsichtbaren» wird von Frauen komponierte Musik durch ein Ensemble bestehend aus Frauenstimmen und einer Organistin zum Klingen gebracht.
Im Laufe der Geschichte begegnete man immer wieder Musikerinnen, die sich gegen alle Widerstände der männerdominierten Welt als Komponistinnen, Sängerinnen, Instrumentalistinnen oder Dirigentinnen behaupten konnten. Lange jedoch blieben Frauen in der Musik bis auf diese wenigen Ausnahmen weitgehend marginalisiert, ganz besonders im Bereich der Kirchenmusik. Mit diesem Projekt möchte das ensemble someāl den Blick auf Komponistinnen lenken, um diese in unserer Gesellschaft hör- und sichtbarer zu machen und ihnen die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die ihnen gebührt.
«Der Klang des Unsichtbaren» entwickelte sich aus den Aktivitäten Sylvia Noppers als Sängerin und Gesangsdozentin: dem Unterrichten begabter Schülerinnen und Studentinnen, dem Auffinden und Aufführen von Werken auch wenig bekannter Komponistinnen, der Musik der Moderne und vor allem der Freude an der vokalen Kammermusik. Als Ausgangspunkt für die Projektidee diente das Werk der in Basel lebenden Musikerin Ioana Ilie «Da dona nobis pacem» für dreistimmigen Frauenchor und Klavier, welches das ensemble someāl nun in einer Bearbeitung mit Orgel in Auftrag gegeben hat und zur Uraufführung bringen wird.
Das Programm vereint spirituelle Werke von Komponistinnen aus verschiedenen Ländern, entstanden in den Epochen der Romantik und Moderne - mit Ausnahme des Gesangs von Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert, auf die sich auch zwei der zeitgenössischen Werke beziehen. Die Besetzung variiert vom Solo-Alt über fünfstimmigen A-Cappella-Gesang bis zum vierstimmigen Frauenchor mit Orgel. Als Orgelsolostücke erklingen Werke der kanadischen Organistin und Komponistin Rachel Laurin sowie Klavierstücke von Clara Schumann in einer Orgelbearbeitung.
Zu den Interpretinnen
ensemble someāl, 2019 von der Sängerin und Gesangsdozentin Sylvia Nopper mit zwei ihrer Studentinnen als trio someāl gegründet, hat sich seither in verschiedenen Besetzungen präsentiert und etabliert. In ein bis zwei Programmen pro Jahr, mit Orgel, Harfe oder a cappella, erklangen sowohl weltliche als auch geistliche Werke vom Mittelalter bis heute.
Für das Projekt «Der Klang des Unsichtbaren», das für das Jahr 2026 programmiert ist, erweitert sich die Kerngruppe auf 15 Sängerinnen, die alle aktuelle oder ehemalige Schülerinnen und Studentinnen Sylvia Noppers aus deren Gesangsklassen an der Musikschule und der Musikhochschule Basel sind:
Anna Alexay, Anne-Catherine Biedermann (Sopran Solo), Laura Brecht (Mezzosopran Solo), Friederika Dvir (Sopran Solo), Livia Flury, Yannika Frank, Viola Galli (Sopran Solo), Jana Hug (Alt Solo), Céline Ledermann, Sari Leijendekker (Alt Solo), Anna Mauerhofer, Jane Mühlinghaus, Sylvia Nopper, Lisa Rovina, Alissa Tritella (Dirigat)
Sylvia Nopper, künstlerische Leitung, konzertierte über 30 Jahre lang als Sängerin in den Bereichen Neue Musik, Kammermusik, Lied und Oratorium. Ihre kreative Neugierde und Entdeckerfreude machten sie dabei zur idealen Interpretin zeitgenössischer Musik. Die meisten der über 150 Werke von Solo bis Oper, die sie uraufgeführt hat, wurden für sie komponiert. Regelmässig gastierte sie an Festivals weltweit und musizierte dabei mit Dirigenten wie Heinz Holliger, Jürg Wyttenbach oder Pierre Boulez, mit dem Ensemble Modern Frankfurt, Klangforum Wien, Intercontemporaine Paris, den Swiss Chamber Soloists sowie mit vielen weiteren renommierten Orchestern und SolistInnen.
Daneben widmete sich Sylvia Nopper vor allem dem Lied und der Kammermusik. Schwerpunkte bildeten dabei die Musik des 19. und 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Aufnahmen dokumentieren die Begeisterung, mit der sich die Sängerin immer wieder der Herausforderung stellte, vermeintliche Grenzen zu überschreiten und in unbekannte musikalische Gefilde vorzudringen, neue Perspektiven zu erschliessen und Unmögliches möglich zu machen.
Mit derselben leidenschaftlichen Neugier begegnet Sylvia Nopper auch ihren SchülerInnen und Studierenden an der Musik-Akademie Basel, wo sie seit 2012 unterrichtet und ihre sängerische und pädagogische Erfahrung als Dozentin für Gesang, Neue Musik und Vocal Performance weitergibt.
Alissa Tritella, musikalische Leitung, studiert aktuell im Master Schulmusik II im Schwerpunktfach Gesang bei Sylvia Nopper und Minor Blasorchesterdirektion bei Bjørn Sagstad an der Hochschule für Musik FHNW in Basel. Zuvor schloss sie ihr Bachelorstudium mit Hauptfach Chorleitung bei Raphael Immoos und Martin Wettges mit Auszeichnung ab. Wichtige Impulse im Bereich Chorleitung erhielt sie unter anderem auch von Catherine Fender, Michael Alber und Gerd Guglhör.
Sängerisch und musikalisch wird sie seit über 15 Jahren von der Mädchenkantorei Basel geprägt, wo sie mittlerweile als musikalische Assistenz und Co-Organisatorin aktiv ist, Stimmproben leitet und Theorie- sowie Gehörbildungskurse erteilt. Bei den Basler Madrigalisten wirkt sie seit 2023 als organisatorische und musikalische Assistenz mit, von 2022 bis 2024 war sie als Sängerin und musikalische Assistenz im Jugendchor beider Basel tätig. Ausserdem ist sie im Ensemble Bordoni der Mädchenkantorei, im Kammerchor der Mädchen- und Knabenkantorei Basel sowie im Jugendchor jutz.ch sängerisch aktiv.
Erfahrungen als Chorleiterin konnte sie bereits im von ihr 2024 gegründeten Tonverein Vocalis und im Frauenchor Binningen sammeln, den sie seit Anfang 2022 leitet.
Ekaterina Kofanova ist Titularorganistin an der Peterskirche Basel und künstlerische Leiterin des Orgelvereins St. Peter. Als Organistin übt sie eine rege Konzerttätigkeit in der Schweiz, in Deutschland sowie anderen europäischen Ländern aus. Nebst dem breitgefächerten solistischen Repertoire, das sich von alter bis zu zeitgenössischer Musik erstreckt, gilt ihr besonderes Interesse der Kammermusik in verschiedenen Formationen. Zu ihren weiteren Schwerpunkten zählen Chorleitung und Orgelausbildung.
Ekaterina Kofanova studierte Orgel und promovierte in Musikwissenschaft am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau und erhielt anschliessend einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Orgel an der Musikakademie in ihrer Heimatstadt Minsk sowie eine Stelle als Organistin an der Belarussischen Staatlichen Philharmonie. Ihre Begeisterung für Orgelmusik und die Suche nach neuen künstlerischen Impulsen führten Ekaterina Kofanova nach Heidelberg für ein weiterführendes Orgelstudium bei Prof. Martin Sander. An der dortigen Hochschule für Kirchenmusik schloss sie ihr Solistendiplom mit Auszeichnung ab und absolvierte ihr kirchenmusikalisches Studium (A-Diplom). Ekaterina Kofanova nahm an Meisterkursen namhafter Interpreten teil und erhielt Auszeichnungen bei bedeutenden internationalen Orgelwettbewerben.


