Verein Orgelmusik St. Peter

Klingendes Pergament

Konzert im Rahmen des 5. Basler Orgelvestivals

Freitag, 12. September 2022, 19.30 Uhr

Dieses Konzert findet im Rahmen des 5. Basler Orgelfestivals "Schatzsuche" statt.

Tetyana Polt, Annelise Ellars, Darta Paldiņa und Hanna Järveläinen, Gesang
Ekaterina Kofanova
, Orgel

Mitteralterliche Gesänge aus Basler Archiven und französische Orgelmusik

Konzertprogramm

Franz Liszt
(1811-1886)

Tu es Petrus

Antiphon
Antiphon
Antiphon (Hl. Dorothea)
Reponsorium (Hl. Niklaus)

Petrus apostolus et Paulus
Ne magnitudo
Ave gemma virtuosa
Confessor Dei Nicolaus

Louis Vierne
(1870-1937)

Carillon aus "24 Pièces en style libre"

Sanctus (Choral)
Orgelimprovisation
Sanctus mit Tropen
 

Nicolas de Grigny
(1672-1703)

Hymne "Ave maris stella", alternatim

Marienzyklus:
Antiphon
Hymnus

Alma redemptoris mater
O quam glorifica

Olivier Messiaen
(1908-1992)

La Vierge et l’Enfant aus "La Nativité"

Cantica
Responsorium

Sol Nascitur
Beata Maria
Benedicamus Domino

Maurice Duruflé
(1902-1986)

Toccata sur "Veni creator spiritus"

Konzertinformationen

Basel, das viele Schätze in seinen Strassen, Kirchen und Archiven birgt, öffnet sie oft überraschend. Das Jahrzeitbuch des Peterskirche aus dem 13. Jahrhundert, welches in dem Staatsarchiv Basel ruht, war eine solche Überraschung: in einen kirchlichen Kalender wurde von unbekannter Hand ein Sanctus-Hymnus hinzugefügt - der Text mit feinen Neumen obendrauf. Wir wissen nicht, wann diesen Hymnus letztes Mal bei einer Andacht gesungen war. Doch jetzt ist der Zeit den Schatz aus der Dunkelheit zu holen, wie auch duzende andere Gesänge aus mittelalterlichem Basel, welche auf dem die Pergamentblätter niedergeschrieben und in die liturgischen Bücher zusammengefasst wurden. Diese überlebten die letzten 600 Jahre nur als Bruchstücke: Handschriften wurden nach der Reformation zweckentfremdet als Makulatur-Gut verkauft. Es braucht viel Geduld und Zeit die zerstreuten Gesänge wider singbar zu machen: dieser Aufgabe widmet sich seit Jahren das Projekt «KLINGENDES PERGAMENT».
Gemeinsam mit der Projektleiterin, der in Basel lebenden Sängerin Tetyana Polt und ihren Kolleginnen gestaltet Ekaterina Kofanova, Titularorganistin der Peterskirche Basel ein Programm, das die verborgenen Schätze der reichen Basler Geschichte wieder zum Klingen bringt. In den Dialog mit den mittelalterlichen Gesängen tritt französische Orgelmusik aus Barock und Moderne mit Werken von De Grigny, Dupré, Messiaen u.a. Dabei tritt ein weiterer Schatz, den die Peterskirche beherbergt, in den Vordergrund – die Silbermann/Lhôte-Orgel, in der sich das Alte und das Neue auf eine sehr überzeugende Art vereinen. In der Kombination mit dem eindrücklichen Raum der Peterskirche, insbesondere ihren kostbaren Fresken, die Jahrhunderte lang unter dem weissen Putz verborgen blieben und erst in der jüngsten Zeit wiederentdeckt wurden, ein ganz besonderes Erlebnis.

Über die Musizierenden
Tetyana Polt, Gesang

Die in Kyiv (Ukraine) geborene Musikerin studierte an der Nationalen Musik-Akademie der Ukraine (NMAU) Chorleitung. Nach erfolgreichem Diplomabschluss leitete sie 5 Jahre den Opernchor des Opernstudios der Musikakademie in Kyiv.Ihre Gesangausbildung als Interpretin der alten Musik (von Mittelalter bis Frühbarock) genoss sie an der Schola Cantorum Basiliensis (SCB).Als freischaffende Sängerin wirkt sie in mehreren Ensembles für Alte Musik mit und gibt Solorezitale. Sie leitet und führt verschiedene Ausbildungs- und Forschungsprojekte. Aufgrund der mehrjährigen Leitung von Kirchenchören verfügt sie über gründliche Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der Orthodoxen und der Katholischen Liturgie.
In ihrer heutigen Heimatstadt Basel initiierte sie das Projekt «KLINGENDES PERGAMENT», welches zum Ziel hat, das wenig bekannte Choral Repertoire des mittelalterlichen Basels zu erforschen und zum Erklingen zu bringen.

Annelise Ellars, Gesang

Stefanie kSeit ihrer Ankunft in Basel hat Annelise Ellars an der renommierten Schola Cantorum Basiliensis studiert und ihren Master in barocker Vokalmusik bei Ulrike Hofbauer sowie ihren zweiten Master in mittelalterlicher Vokal- und Harfenmusik bei Kate Dineen und Claire Piganiol absolviert. Sie hatte die Ehre, bei verschiedenen Festivals in ganz Europa aufzutreten, darunter das renommierte Monteverdi Festival in Italien, das gefeierte Utrecht Festival Oude Muziek in den Niederlanden, das wegweisende Alte Musik Fest Friedenau in Deutschland und das hoch angesehene Festival Voix et Route Romane in Frankreich. Sie ist mit der renommierten Konzertreihe ReRenaissance aufgetreten sowie mit den Ensembles Contre le Temps, MusicaManufacta und ihrem Duo Syrens, in dem sie die Ausdrucksmöglichkeiten der Selbstbegleitung erkundet. Als Harfenistin genießt Annelise die Aufführung eines breiten Repertoires, einschließlich großer Orchesterwerke und Musicals, aber besonders liebt sie die rauen und perkussiven Klänge der gotischen Bray-Harfen. Als Sängerin ist sie versiert in der Interpretation verschiedenster Stile von Machaut bis Mozart und findet besonderes Vergnügen an den verwobenen Strukturen der Renaissance-Polyphonie.

Darta Paldiņa, Gesang

Darta 2DARTA PALDIŅA ist eine lettische Sängerin, die 2025 ihren Master-Abschluss an der Schola Cantorum Basiliensis in der Schweiz mit Spezialgebiet mittelalterliche Musik erworben hat. Zuvor studierte sie Chorleitung an der Chorschule der Kathedrale Riga und Gesang an der Lettischen Musikakademie und im Rahmen eines Austauschprogramms in Frankreich am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Lyon. Dārta ist ausserdem diplomierte und zertifizierte Musiktherapeutin. Seit 2019 ist Dārta Sängerin des Lettischen Rundfunkchors(mit einer Pause von 2023 bis 2025) sowie professionellen Gruppen wie der Vokalgruppe Putni und Vox Iubilantis und hat mit dem Kesselberg Ensemble, dem Xàcara Ensemble, Ars Antiqua Riga u.a. gesungen. Dārta lebt in Lettland, unterrichtet, singt und gestaltet Konzertprogramme für Alte Musik und wird auch regelmässig als Sängerin zu Projekten eingeladen.

Hanna Järveläinen, Gesang

Andrea kHanna Järveläinen studierte Gesang in ihrem Heimatland Finnland, sowie an der Schola cantorum basiliensis. Mehr als zwei Dutzend Einspielungen alter Musik, Mitwirkung in etlichen renommierten Ensembles der Alten Musik (ENSEMBLE PEREGRINA, Stella Maris, Ensemble Leones) – das sind die Stufen ihrer künstlerischen Biografie. Dazu ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Computermusik und Tontechnik in der Forschung des Departements Musik an der Zürcher Hochschule der Künste.

  

Ekaterina Kofanova

Ekaterina Kofanovageboren 1973 in Minsk (Belarus), wuchs sie in einer Musikerfamilie auf. Ihre vielseitige musikalische Ausbildung erhielt sie am Musiklyzeum ihrer Heimatstadt, welches sie 1991 mit Auszeichnung abschloss. 1991 bis 1999 studierte Ekaterina Kofanova Musikwissenschaft (u.a. bei Prof. Dr. Inna Barsova) und Orgel bei Prof. Alexei Parschin am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau. Nach ihrer Promotion erhielt Ekaterina Kofanova einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Orgel an der Musikakademie in Minsk und eine Stelle als Organistin an der Belarussischen Staatlichen Philharmonie.
Ekaterina Kofanova setzte ihr Orgelstudium bei Prof. Martin Sander an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg fort. Dort schloss sie ihr Solistendiplom mit Auszeichnung ab und absolvierte ihr kirchenmusikalisches Studium (A-Diplom). 2009 bis 2020 war sie als Kirchenmusikerin und Leiterin der Konzertreihe an der Friedenskirche in Bern tätig. Seit März 2016 ist Ekaterina Kofanova Titularorganistin an der Peterskirche Basel und künstlerische Leiterin des Orgelvereins St. Peter.
Als Organistin übt Ekaterina Kofanova eine rege Konzerttätigkeit in Deutschland, in der Schweiz sowie anderen europäischen Ländern aus. Sie nahm an Meisterkursen namhafter Interpreten teil und erhielt Auszeichnungen bei bedeutenden internationalen Orgelwettbewerben. Ausserdem ist sie als Kammermusikerin, Continuospielerin und Chorleiterin aktiv.

Eintritt frei, Kollekte