Verein Orgelmusik St. Peter

Die Orgel im Dialog mit der Harfe

Konzert „Die Orgel im Dialog..."

Montag, 20. Oktober 2025, 19:30 Uhr

Julia Wacker, Harfe
Ekaterina Kofanova, Orgel

Werke von Blanco, Franck, Fauré, Gigout, Holy, Poulenc

Konzertprogramm

Pedro José Blanco
1750 – 1811

Concierto de dos Organos

Sigfrid Karg-Elert
(1877 – 1933)

„Echo“: Orgelbearbeitung nach der Partita h-Moll BWV 831 von J.S. Bach

César Franck
1822 – 1890

Prélude, Fugue et Variation

Eugène Gigout
1844 – 1925

Scherzo in E-Dur (Orgel solo)

Alfred Holy
1866 – 1948

Legend

Gabriel Fauré
1845 – 1924

Impromptu Op. 86 (Harfe solo)

Percy Fletcher
1879 – 1932

Festival Toccata

Claude Debussy
(1862 – 1918)

Première Arabesque (Harfe solo)

Francis Poulenc
1899 – 1963

L’embarquement pour Cythère

Konzertinformationen

Der Harfenklang ist unverwechselbar. Ob in einem romantischen Ballett oder einem symphonischen Werk: mit den ersten Tönen zaubert die Harfe eine Atmosphäre, die sich ganz schwer in Worte einfangen lässt. Es sind Töne voller Erwartung, Versprechen, voller Sehnsucht.
Dabei handelt es sich um eines der ältesten Instrumente in der Geschichte, denn bereits im Alten Ägypten finden sich Abbildungen von Harfen, die mehr als 4000 Jahre alt sind und dabei erstaunlich modern daher kommen. Über diese lange Zeit hat die Harfe doch einige Veränderungen erfahren, so dass sie heutzutage die technischen Möglichkeiten besitzt, sehr anspruchsvolle Musikwerke zum Klingen zu bringen. Manchmal übernimmt sie sogar Stücke aus dem Repertoire für Tasteninstrumente. Trotzdem sind Konzertaufführungen mit einer Harfe als Soloinstrument immer noch eher selten, was es fürs Publikum noch spannender macht.
Auch wenn die luftigen Harfenklänge scheinbar wenig Gemeinsames mit dem mächtigen Orgelsound haben – oder vielleicht gerade deswegen – können sich die beiden Instrumente zu einem überaus reizvollen Duo vereinen.

Der Dialog zwischen der Harfe und der Orgel wird im Konzert auf verschiedenen räumlichen und musikalischen Ebenen stattfinden. Zu Beginn erklingt das Konzert von Pedro José Blanco, ursprünglich komponiert für zwei Orgeln, in dem die Harfe den ersten und die kleine Truhenorgel den zweiten Part übernimmt.
„Prélude, Fugue, Variation” ist wohl das beliebteste Orgelwerk von César Franck, einem derbedeutendsten französischen Komponisten, dem „Vater der modernen französischen Musik“. Der Komponist selber hat zwei Fassungen von diesem Werk hinterlassen, eine für Orgel solo und eine weniger bekannte Variante für Klavier und Harmonium, welche im Konzert mit Harfe und grosser Orgel erklingen wird. Auch das „L’embarquement pour Cythère von Francis Poulenc“, im Original für zwei Klaviere geschrieben, lässt sich wunderbar mit Harfe und Orgel darstellen. Hingegen handelt esbei der „Legende“ von Alfred Holy, der selber ein Harfenspieler war, um eine Originalkomposition für diese Besetzung.

Das Programm wird ergänzt durch Solowerke, wobei die beiden Instrumente ihre ganze Klangpalette entfalten können. Die Suite für Harfe von Benjamin Britten zählt zu den wichtigsten Kompositionen für dieses Instrument und nimmt im Repertoire für Harfe eine besondere Stellung ein.

Über den Interpretinnen

Julia Wacker zählt zu den vielseitigsten Harfenistinnen ihrer Generation und lässt die Harfe mit höchstem Respekt vor der Tradition im 21. Jahrhundert ankommen. Ihre humorvolle Bearbeitung des Hummelflugs sorgte für Aufsehen, ebenso wurde ihre erste außergewöhnliche CD „Edgar Allan Poe und die Harfe“ viel gelobt und 2021 mehrfach für den Opus Klassik Preis nominiert. Die vorliegende Solo-CD ist in diesem Sinne auch als Hommage an die Vergangenheit zu verstehen.


Mit der Schauspielerin Petra Auer gründete Julia Wacker das Kollektiv Theaterharfe, welches mit seinen Theaterstücken erfolgreich unterwegs ist, aktuell in der Schweiz mit dem Kindertheaterstück „Der kleine Elf - auf der Suche nach dem Weihnachtszauber“. Sie tourte mit dem Berliner Andromeda Mega Express Orchestra (Deutscher Jazzpreis 2021), mit dem Gstaad Festival Orchestra, dem Kammerorchester Basel und vielen weiteren Ensembles. Als willkommener Gast spielt sie auch regelmässig bei Orchestern wie dem WDR-Sinfonieorchester, der Kammerakademie Potsdam, dem Sinfonieorchester Basel oder dem Collegium Novum Zürich.
Julia Wacker ist Harfenistin des auf zeitgenössische Musik spezialisierten Orchesters Basel Sinfonietta und des Basler Trios, mit dem sie 2017 im Finale des Kammermusikwettbewerbs in Lugano war. Als Solistin spielte sie unter anderem mit dem Sinfonieorchester Basel, dem Symphonischen Orchester Zürich, der Kammerphilharmonie Pardubice, gab mehrere Konzerte in Brasilien, und für 2020 war ihr Debüt in Seoul geplant, das wegen der Pandemie verschoben werden musste.
Die Harfenistin unterrichtet an der Musikschule Konservatorium Zürich. Die Studien schloss sie in Basel (Sarah O‘Brien, Lehrdiplom), Paris (Frédérique Cambreling) und Würzburg (Gisèle Herbet, Meisterklasse) mit Auszeichnung ab. Stipendien erhielt Julia Wacker von der Novartis-Stiftung und vom Migros Kulturprozent.
Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Berlin und Basel.

Ekaterina Kofanova ist Titularorganistin an der Peterskirche Basel und künstlerische Leiterin des Orgelvereins St. Peter. Als Organistin übt sie eine rege Konzerttätigkeit in der Schweiz, in Deutschland sowie anderen europäischen Ländern aus. Nebst dem breitgefächerten solistischen Repertoire, das sich von alter bis zu zeitgenössischer Musik erstreckt, gilt ihr besonderes Interesse der Kammermusik in verschiedenen Formationen. Zu ihren weiteren Schwerpunkten zählen Chorleitung und Orgelausbildung.
Ekaterina Kofanova studierte Orgel und promovierte in Musikwissenschaft am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau und erhielt anschliessend einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Orgel an der Musikakademie in ihrer Heimatstadt Minsk sowie eine Stelle als Organistin an der Belarussischen Staatlichen Philharmonie. Ihre Begeisterung für Orgelmusik und die Suche nach neuen künstlerischen Impulsen führten Ekaterina Kofanova nach Heidelberg für ein weiterführendes Orgelstudium bei Prof. Martin Sander. An der dortigen Hochschule für Kirchenmusik schloss sie ihr Solistendiplom mit Auszeichnung ab und absolvierte ihr kirchenmusikalisches Studium (A-Diplom). Ekaterina Kofanova nahm an Meisterkursen namhafter Interpreten teil und erhielt Auszeichnungen bei bedeutenden internationalen Orgelwettbewerben.

Eintritt frei, Kollekte