Hommage à Bach
Konzert „Die Orgel im Dialog..."
Montag, 7. Juli 2025, 19:30 Uhr
Ben van Oosten (Den Haag), Orgel
Werke von JS Bach , Mendelssohn, Boëly, Guilmant
Konzertprogramm
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Johann Sebastian Bach |
Fantasie und Fuge in c-Moll, BWV 537 „Nun komm’ der Heiden Heiland“, BWV 659 Aus „Weihnachtsoratorium” 2. Teil, BWV 248: |
| Felix Mendelssohn Bartholdy 1809-1847 |
Praeludium und Fuge in e-Moll, op. 35/1 für Orgel bearb. von Reitze Smits |
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Alexandre Boëly |
Quatuor in g-Moll |
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Alexandre Guilmant |
Morceau de Concert in G-Dur, op. 24 (1869) |
Konzertinformationen
Der Aufbau des Programms bietet eine facettenreiche Zusammenstellung von deutschen und französischen Orgelwerken verschiedener Stilrichtungen. Dabei zieht der Einfluss von J.S. Bach wie ein roter Faden durch die Werkfolge, was dem Programm ein übergeordnetes Thema verleiht.
Das Konzert wird mit drei Werken von Johann Sebastian Bach eröffnet, die in Form und Charakter sehr unterschiedlich sind. Nach der ernsten, verhaltenen Passionsatmosphäre in der Fantasie und Fuge in c-Moll wird in dem reich kolorierten Choralvorspiel “Nun komm’der Heiden Heiland” das Geheimnis der Menschwerdung des Erlösers ausgedrückt. Daran schliesst sich die “Hirtenmusik” aus dem 2. Teil des Weihnachtsoratoriums an. Der pastorale Charakter dieser Musik wird durch den ruhig wiegenden Siciliano-Rhythmus, die ausgehaltenen Borduntöne und den Dialog zwischen verschiedenen Instrumentengruppen hervorgeben, welche die Hirten und den Chor der Engel darstellen.
Neben den drei Präludien und Fugen op. 37 für die Orgel, schrieb Felix Mendelssohn Bartholdy etwa zur gleichen Zeit auch sechs Werke dieser Gattung für Klavier. Diese Sechs Präludien und Fugen op. 35, die 1837 veröffentlicht wurden, lassen sich sehr gut an die Orgel anpassen, weil sie den drei Präludien und Fugen für Orgel sehr nahe stehen. Diese Werke bedeuteten zu ihrer Entstehungszeit eine Revolution und Neubesinnung auf die polyphone Kunst, mit der Mendelssohn sich seit frühester Jugend auseinandersetzte. J.S. Bach war sein wohl grösstes Vorbild. Er imitierte Bach aber nicht, sondern übertrug seine Satztypen in die Ausdruckswelt der Romantik.
Auch Alexandre-Pierre-François Boëly war ein grosser Verehrer J.S. Bachs. Er gilt als wichtigster Vertreter der französischen Orgelmusik der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wobei er eine Stellung als Bindeglied zwischen der französischen Klassik und der Romantik einnimmt. Seine Kompositionen, hauptsächlich zwischen 1828 und 1848 entstanden, zeichnen sich durch eine für die Zeit nach der Französischen Revolution untypische, klassische Strenge aus, inspiriert von den Kompositionen Bachs, Haydns und Beethovens. Bei seinem Bemühen um eine Wiederbelebung des kontrapunktischen Stils verzichtete Boëly aber nicht auf eine romantische Klanglichkeit. Komponisten wie Camille Saint-Saëns, César Franck und Alexandre Guilmant haben sich sehr für Boëlys Werk eingesetzt.
Alexandre Guilmant war neben Charles-Marie Widor Mitbegründer der symphonischen Orgelschule in Frankreich des 19. Jahrhunderts. Als Komponist, Herausgeber, Musikwissenschaftler und Verleger hat er bedeutende Beiträge zum Orgelrepertoire geleistet. Seine weltweite Konzerttätigkeit verschaffte ihm einen glänzenden Ruf als Orgelvirtuose. Guilmant leistete wegweisende Impulse zur Bach-Entdeckung in Frankreich. Seine Verehrung Bachs schlägt sich auch in seinem eigenen Orgeloeuvre nieder. Morceau de Concert, das umfangreichste konzertante Variationswerk von Guilmant für Orgel, stammt aus dem Jahr 1869. Neben dem überzeugenden Sinn für Musikalität, zeigt es Guilmants melodische und kontrapunktische Begabung wie auch seine farbenreiche Registrierkunst.
Text: Ben van Oosten
Über den Interpreten
Ben van Oosten wurde 1955 in Den Haag, Niederlande, geboren. Er studierte Orgel und Klavier am Sweelinck Konservatorium in Amsterdam
und in Paris. Zahlreiche Konzertreisen führten Ben van Oosten schon seit 1970 in die massgebenden internationalen Orgelzentren, wo er als einer der bemerkenswertesten Orgelvirtuosen unserer Zeit hervorgetreten ist. Neben seiner Konzerttätigkeit gibt Ben van Oosten Meisterkurse in vielen Ländern und ist Professor für Orgel am Konservatorium in Rotterdam.
Ben van Oosten beschäftigte sich eingehend mit der symphonischen französischen Orgelmusik. Seine Gesamteinspielungen der Orgelwerke von César Franck, Camille Saint-Saëns, Alexandre Guilmant, Louis Vierne, Charles-Marie Widor und Marcel Dupré wurden mit mehreren internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet (u.a. Echo Klassik, Preis der deutschen Schallplattenkritik, Choc du Monde de la Musique und Diapason d’Or).
Ausserdem ist er Autor der umfassenden Widor-Biographie “Charles-Marie Widor – Vater der Orgelsymphonie”. Wegen seiner Verdienste um die französische Orgelkultur erhielt Ben van Oosten 1980, 1987 und 1998 ehrenvolle Auszeichnungen durch die Société Académique des Arts, Sciences et Lettres in Paris. Die französische Regierung erhob ihn in den Rang des Chevalier (1998) und Officier (2011) dans l’Ordre des Arts et des Lettres. Im Jahre 2010 wurde er von der damaligen Königin der Niederlande, Königin Beatrix, zum Ritter in den Orden des Niederländischen Löwen berufen. Ben van Oosten ist Titularorganist an der „Grote Kerk” in Den Haag und künstlerischer Leiter des Internationalen Orgelfestivals, das alljährlich in dieser Kirche stattfindet.
Text zum Interpreten
Eintritt frei, Kollekte


