Verein Orgelmusik St. Peter

Nicht Bach sondern Meer

Konzert „Die Orgel im Dialog..."

Montag, 18. März 2024, 19:30 Uhr

Björn O. Wiede (Potsdam), Orgel

Werke von Wiede, Reincken, Corret, JS Bach, CFE Bach

Konzertprogramm

Björn O. Wiede
*1962

Tokkata in baroque

Johann Adam Reincken
1623 – 1722

Toccata in G

Gaspard Corrette
1671 – 1733

Missa du 8 tone
Premier Kyrie - Grand Plein Jeu
Fugue
Cromhorne en Taille
Trio à deux dessus
Gloria In Excelsis – Prélude à deux Chœurs
Concert pour les Flûtes
Duo
Récit tendre pour le Nasard
Basse de Trompette
Dessus de Tierce par accords
Dialogue à deux Chœurs

Johann Sebastian Bach
1685 – 1750

Partita über „Sei gegrüsset, Jesu gütig“ BWV 768
Choral und 11 Verse

Carl Philipp Emanuel Bach
1714 – 1788

Sonate a-Moll Wq 74/4
Allegro assai
Adagio
Allegro

Johann Sebastian Bach

O Lamm Gottes, unschuldig BWV 656

Konzertinformationen

Wie jedes Jahr eröffnen wir auch die Konzertsaison 2024 mit einem Konzert zum Geburtstag von Johann Sebastian Bach. Von Beethoven stammt der berühmte Spruch: Nicht Bach sondern Meer sollte er heissen. Wie viele kleinere und grössere Bäche und Flüsse einem Meer zufliessen, so fliessen in die Musik von Bach aus verschiedenen Richtungen unterschiedlichste musikalische Ideen, Formen und Gattungen ein. Im diesjährigen Programm stehen nebst der Bachschen Orgelwerke Werke zweier Musikrichtungen, die für den Komponisten eine wichtige Quelle der Inspiration waren: Orgelmusik des norddeutschen und des französischen Barock.
Die norddeutsche Orgelkunst ist durch Johann Adam Reincken vertreten. Seine Werke (unter anderem die monumentale Choralfantasie „An Wasserflüssen Babylon“) hatte Bach in jungen Jahren studiert und sich dadurch die wichtigsten Elemente dieses Stils angeeignet. Später ist es sogar zu einer persönlichen Begegnung gekommen. 1720 improvisierte Bach in der Katharinenkirche Hamburg den Choral „An Wasserflüssen Babylon“ in Anwesenheit Reinckens. Der beinahe 80-jährige Reincken soll anschliessend gesagt haben: „Ich dachte, diese Kunst wäre gestorben, ich sehe aber, dass sie in Ihnen noch lebet“.
Wie die meisten Musiker damals hatte Bach keine Möglichkeit, ausgedehnte Auslandsreisen zu unternehmen. Nichtsdestotrotz war er über das aktuelle Musikgeschehen in Italien und Frankreich bestens informiert. In seiner Notenbibliothek befanden sich Musikwerke von Couperin, De Grigny und anderen französischen Meistern. Die Orgelmesse von Gaspard Corrette ist nicht nur ein schönes Beispiel für klassische französische Satztypen und Registrierungen. Sie erweckt auch den französischen Geist der Silbermann/Lhôte-Orgel, die in ihrer Disposition einige französische Einflüsse aufweist.
Aus der ganzen Fülle der Orgelmusik von Bach selbst hat der Potsdamer Organist Björn Wiede Werke ausgewählt, die im Zusammenhang mit der Passion stehen, denn das Konzert findet nur knapp zwei Wochen vor Karfreitag statt. Dazu zählt neben dem Passionschoral „O Lamm Gottes unschuldig“ auch die Partita „Sei gegrüsset, Jesu gütig“, eines der umfangreichsten Werke im Bachs Oeuvre für Orgel und einem der schönsten Beispiele seiner fantasievollen Variationskunst.

Über den Interpreten
Björn O. Wiede (*1962)

Björn O Wiede war Sängerknabe im Dresdner Kreuzchor und studierte in Dresden, Hamburg und München. Seine Ausbildung erhielt er in Violoncello, Cembalo, Klavier, Dirigieren, Kirchenmusik (A) und Musikpädagogik.
Er begann am Ulmer Münster und konnte dort an vier Instrumenten Orgelmusik interpretieren, Oratorien der Moderne aufführen und eine grosse USA-Reise mit der Jungen Kantorei gestalten. Eine andere Seite seiner Persönlichkeit zeigte sich als freier Mitarbeiter bei der Südwest-Presse, für die er Konzert- und Filmkritiken schrieb. 1994 kam Wiede als Nikolaikantor nach Potsdam und baute an der Schinkel-Kirche ein reges musikalisches Leben auf. Im Laufe seiner Tätigkeit entstanden Vereine, wurden Orgeln gebaut und weitere Instrumente angeschafft, entstanden Festivals und entwickelte sich ein reiches Musikangebot für die Landeshauptstadt Potsdam. Dazu gehört der Bau der neuen Hauptorgel (2014-17), die er entscheidend mitkonzipiert hat. Er leitet den Nikolaichor Potsdam und das Europe Symphony Orchestra. Neben den klassischen Oratorien, dem Vokal- und Instrumentalwerk Bachs sind ihm die Sinfonien Beethovens ein besonderes Anliegen.
Wiede konzertiert regelmässig in ganz Deutschland und vielen Ländern Europas und war Gast in Venezuela und den USA. Als Festivalleiter, Organist, Dirigent und Pianist widmet sich Björn O. Wiede einem weiten Tätigkeitsfeld. Von der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz wurde er zum Kirchenmusikdirektor ernannt. Neben Chormotetten entstand 2013-2019 seine umfassendste Komposition, das Oratorium „Potsdam Requiem“ für Solostimmen, Sprecher, Chor, Orchester, Schlagwerk und Orgel.

Eintritt frei, Kollekte