Verein Orgelmusik St. Peter

Von der Nordsee ans Mittelmeer

Konzert „Die Orgel im Dialog..."

Montag, 23. Oktober 2023, 19:30 Uhr

Leon Berben, Orgel

Werke von Buxtehude, Byrd, Frescobaldi, Lübeck, Titelouze, Sweelinck

Konzertprogramm

G. Frescobaldi
1583 – 1643

Toccata quinta sopra i pedali per l’organo, e senza (il secondo libro di toccate, 1627-1637)
Capriccio quinto, sopra la Bassa Fiammenga (il primo libro di Capricci, 1624)

J. J. Froberger
1616 – 1667

Toccata da sonarsi alla levatione, FbWV 105 (Libro secondo, 1649)

J. P. Sweelinck
1562 – 1621

Fantasia Chromatica SwWV 258

J. Titelouze
1562/63 – 1633

A solis ortus cardine, vers 1, 2 & 3 (Hymnes de l’église, 1623)

W. Byrd
c. 1540 – 1623

Fantasia in d

D. Buxtehude
1637 – 1707

Ciacona ex e, BuxWV 160

V. Lübeck
1654 – 1740

Ich ruff zu dir Herr Jesu Christ, LübWV 13

 D. Buxtehude  Praeludium ex a, BuxWV 153
Konzertinformationen

Mit seinem Konzertprogramm nimmt Léon Berben das Publikum mit auf eine spannende Reise durch die damalige europäische Orgellandschaft. Zu dieser Zeit entstanden im Norden und im Süden Europas zwei für die Orgelmusik ungemein wichtige Hotspots. Durch die vielen Schüler von Sweelinck (dem «deutschen Organistenmacher» aus Amsterdam) wurde die Norddeutsche Orgelschule gegründet.

In Italien florierte gleichzeitig eine eigene hochentwickelte Musikkultur. Die neuesten Errungenschaften italienischer Meister, wie die des berühmten Petersdomorganisten Frescobaldi wurden durch seine deutschen Schüler in den Norden exportiert und beflügelten die Fantasie von Buxtehude und seinen Zeitgenossen. Unterwegs gibt es eine Station in Paris: dort hat Titelouse, der Begründer französischen Orgelmusik, vor genau 400 Jahren seine «Hymnes de l’église» publiziert. Die Reise macht auch einen kurzen Abstecher über den Kanal in Gedenken an den grossen englischen Meister William Byrd, der vor 400 Jahren starb.

Über den Interpreten
Léon Berben

Matthias Maierhofer darf am Cembalo und an der Orgel als Meister seines Fachs gelten. Darüber hinaus weisen ihn umfassende Kenntnisse in Musikgeschichte und historischer Aufführungspraxis als einen der führenden Köpfe seiner Generation der »Alten Musik«-Szene aus. Sein Repertoire umfasst Clavierwerke zwischen 1550 und 1790. Ferner schrieb er als Co-Autor für die Enzyklopädie Die Musik in Geschichte und Gegenwart.

Intensives Quellenstudium und stete Forschungsarbeit verleihen der Interpretationskunst von Léon Berben einen besonderen Rang. Seine Solo-CD-Aufnahmen auf historischen Orgeln und Cembali wurden von der Fachpresse hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem »Diapason d’Or«, dem »Choc« von Le Monde de la Musique und dem Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik.

Léon Berben wurde 1970 in Heerlen (Niederlande) geboren und lebt in Köln. Er studierte Orgel und Cembalo in Amsterdam und Den Haag als letzter Schüler von Gustav Leonhardt wie auch bei Rienk Jiskoot, Ton Koopman und Tini Mathot, und schloss sein Studium mit dem Solistendiplom ab.
Er ist als Titular-Organist verbunden an der historischen Orgel der St.-Andreas Kirche in Ostönnen - nach derzeitigem Forschungsstand eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt (c.1425/1586/1721) – und betreut in dieser Funktion die dortige Konzertreihe mit. Er ist senior organist in residence an der Pieterskerk in Leiden (NL) mit der van Hagerbeer-Orgel aus 1643.

Seit 2000 war Léon Berben als Cembalist bei Musica Antiqua Köln (Reinhard Goebel) tätig. In dieser Eigenschaft gastierte er in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien und spielte zahlreiche CDs für Deutsche Grammophon/Archiv Produktion ein. Seit der Auflösung des Ensembles Ende 2006 verfolgt er eine ausgedehnte Solo-Karriere, die ihn auf renommierte internationale Festivals führte wie z.B. Klavier Festival Ruhr, Internationaal orgelfestival Haarlem, Schleswig Holstein Musik Festival, Bodensee Musikfestival, Festival oude muziek Utrecht, Rheingau Musikfestival, Bach Festival Montréal, Festival de Saintes, Lucerne Festival, Festival de Música Antiga de Barcelona. Zu seinen Kammermusikpartnern gehört u.a. Concerto Melante, ein Ensemble der Berliner Philharmoniker.

Eintritt frei, Kollekte