Verein Orgelmusik St. Peter

Musik am Berliner Hof

Konzert „Die Orgel im Dialog..."

Montag, 18. September 2023, 19:30 Uhr

Ensemble "Musica Basiliensis"
Laura Alvarado, Oboe
Sophia Mücke, Violine
Mischa Dobruschkin, Violine und Bratsche
Giulio Sanna, Cello
Weronika Paine, Orgel

Werke von Janitsch, Quantz, CPE Bach

Konzertprogramm

Johann Gottlieb Janitsch
1708 – 1762

Quadro G moll, per il Violino, Oboe, Alto et Basso "O Haupt voll Blut und Wunden"

Johann Joachim Quantz
1697 – 1773

Trio sonata in c-Moll QV 2: Anh. 5

Carl Philipp Emanuel Bach
1714 – 1788

Sonata für Orgel in a-Moll WQ 70/4
Triosonate fur 2 Violinen und B.C in B-Dur Wq 161/2 H. 578

Johann Gottlieb Janitsch

Quatro Es Dur, à Oboe, Violino, Viola, Basso Concertato

Konzertinformationen

Apollons Lorbeer ward auf Erden welk,
Die Künste darbten wie die Tugenden;
Betrug mit gleissnerischem Blick und Pluton, blind,
Durch Königshand regierten die den Donnergroll.
So erhob die Natur denn ihre Stimme:
Sie sprach, ich will des Glücks Regentschaft und des Rechts,
Eines Helden Geburt verlange ich, der in sich vereint
Die Gaben des Virgil und des Augustus Tugenden,
Zur Zier der Welt und Königen zum Exempel.
Sie sprach’s; und alle Tugenden vom Himmel stiegen,
Der Norden bebte, des Olymps Bewohner kamen;
Es grünten frisch Olive, Lorbeer und die Myrten Und Friedrich erschien.

Mit diesen Worten pries Voltaire den preußischen Kronprinzen Friedrich im Jahr 1737. Zeit seines Lebens war Friedrich der Große (1712-1786) ein Freund und Förderer der Musik. Er selbst war Schüler von Johann Joachim Quantz. Nebst dem Spielen der Traversflöte komponierte er auch Konzerte, Sonaten und Arien. Seine große Hingabe galt jedoch der Organisation seiner Hofkapelle. Konzept, Anstellung der Musiker, Finanzierung lagen in der Hand Friedrichs. Dabei strebte er nach höchster Qualität. Er beschäftigte einige der bekanntesten Instrumentalisten und Sänger*innen. Ab 1742 waren Johann Gottlieb Janitsch, Johann Joachim Quantz und Carl Phillip Emmanuel Bach zusammen in der preußischen Hofkapelle tätig. Den Flötisten Johann Joachim Quantz (1697-1773) lernte Friedrich bereits 1728 anlässlich seines Besuches am Fürstenhof in Dresden kennen. Seither reiste Quantz regelmäßig nach Preußen, um den Kronprinzen im Traversflötenspiel zu unterrichten. Erst 1741 gelang es Friedrich dem Großen, den bedeutenden Musiker mit dem Angebot eines attraktiven Gehalts nach Preußen zu locken. Dort war er als Lehrer, Komponist und Organisator der privaten abendlichen Hausmusik des Königs tätig. Vom Dienst in der repräsentativen Hofkapelle war er befreit. Carl Phillip Emmanuel Bach (1714-1788) wurde 1741 als zweiter Cembalist in der königlichen Hofmusikkapelle angestellt. Der zu jener Zeit "große Bach” leistete einen unermesslichen Beitrag zum Cembalo-Repertoire, und seine Schule, Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen, ist ein pädagogisches Werk, welches nicht nur seinen Zeitgenossen, sondern auch zukünftigen großen Musikern dienen sollte. Johann Gottlieb Janitsch (1708-1762) wurde bereits 1736 Kammermusiker in Ruppin, bzw. Rheinsberg, den Residenzen Friedrichs zur Kronprinzen Zeit. Bis zu seinem Tod spielte Janitsch sowohl im Orchester als auch in kammermusikalischer Besetzung den Contraviolone. Er gründete 1736 eine der ersten bürgerlichen Konzertreihen, an der sowohl Berufs- als auch Laienmusiker teilnahmen, die "Freitagsakademien". Janitsch wurde dadurch zu einer der interessantesten Persönlichkeiten des Hofes, da sein Einfluss weit über das Musikalische hinausging und er eine Bewegung für die Demokratisierung der Musik ins Leben rief. Seine Quartette sind klare Vertreter des Stils der Empfindsamkeit, für den der Hof bekannt sein wird. Diese Komponisten und viele andere, zum Beispiel die Brüder Graun und Benda, waren Repräsentanten ihrer Fachgebiete und machten den preußischen Hof zu einem idealen Umfeld für den Wissensaustausch, der sowohl für Experten als auch für Amateure eine Bereicherung war. Der Hof Friedrichs des Großen kann als deutlicher Spiegel einer sich wandelnden, aufgeklärten und in die Zukunft blickenden Gesellschaft gesehen werden, deren Werte heutzutage noch geltend sind; durch Bildung und Kultur ist es möglich, die Entwicklung der Menschen und ihre Selbstverwirklichung in bestmöglicher Weise zu beeinflussen.

Über die Musizierenden
Musica Basiliensis

ist ein neues Ensemble bestehend aus Absolvierenden und Studierenden der Schola Cantorium Basiliensis, welches 2021 von Laura Alvarado gegründet wurde. Es hat sich auf die Wiederentdeckung der Alten Musik und deren Interpretation spezialisiert. Die Gruppe hat seit ihrer Gründung eine Berufung, das Wissen zu verbreiten und will die Barrieren zwischen Musikern und Publikum abbauen. In der Vergangenheit wurde Musik oft in intimen Räumen aufgeführt und die Beziehung zwischen Musikern und Zuhörern konnte viel enger sein. Musica Basiliensis will das Wesen der Alten Musik wieder aufgreifen und Räume der Begegnung und des Austausches mit dem Basler Publikum schaffen, die sowohl für das Publikum als auch für die Musizierenden bereichernde Erfahrungen generieren.

 

Eintritt frei, Kollekte

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