Verein Orgelmusik St. Peter

Die Orgel im Dialog mit Feuer-Zungen

Pfingstkonzert

Montag, 25. Mai 2015, 19:30 Uhr

Magdalena Hasibeder, Orgel
Alice Borciani, Sopran
Sabine Stoffer, Violine
Maria Ferré, Theorbe

Eindrücke vom Konzert

Konzertprogramm

Johann Sebastian Bach
1685-1750

Pièce d'orgue
Fantasie in G - BWV 572

Nicolas de Grigny
1672-1703
Veni creator
alternatim mit Sopran
Veni creator en taille à 5
Fugue à 5
Duo
Récit de cromorne
Dialogue sur les Grand Jeux
Heinrich Ignaz Franz Biber
1644-1704

„Rosenkranz-Sonate" XIII
„Ausgießung des Heiligen Geistes"
Violine und Basso Continuo

Giovanni Battista Beria
ca. 1610-1671
O quam suavis est Domine spiritus tuus
aus „Il Primo libro delli motetti concertati" (Milano 1638)
Girolamo Frescobaldi
1583-1643
Se l'aura spira
Alessandro Grandi
1577-1630
Pulcra facie
Luzzasco Luzzaschi
1545-1607
Io mi son giovinetta
Giovanni Felice Sances
um 1600-1679
Ardet cor meum
Biagio Marini
1594-1663
Sonata quarta per sonar con due Corde
Violine und BC

Johann Sebastian Bach
1685-1750

Komm, Heiliger Geist, Herre Gott
BWV 652, Alio modo, colorierter C.f.
BWV 651, Fantasia super Komm, Heiliger Geist, Herre Gott
aus den „Leipziger Chorälen"

Pressestimme

Rezension in der Baz vom 27. Mai 2015:

Bazk

Konzertinformationen

Für Goethe war Pfingsten bloss „ein liebliches Fest". Nicht so für die frühen Christen, als am 50. Tag nach Ostern „ihnen Zungen wie von Feuer" erschienen, „auf jeden von ihnen sich eine niederliess und alle mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden".
Ein dramatisches Ereignis, das zugleich die Geburtsstunde der christlichen Kirche markierte. Magdalena Hasibeder und ihr Ensemble werden uns die Musik näher bringen, mit der über Jahrhunderte Pfingstfest musikalisch begleitet wird.

So stellt das diesjährige Pfingstkonzert Orgelwerken von Bach und Grigny pfingstliche und frühlingshafte Musik aus Italien um 1600 gegenüber. Dazu gesellt sich die pfingstliche „Rosenkranzsonate" von H.I.F. Biber. Das Pièce d'orgue zu Beginn des Konzerts verbildlicht das Fest Pfingsten treffend: Am Anfang das flüchtige Wehen des Geistes, dann eine gewichtige Ansprache mit vielen Stimmen, am Ende die wilden Flammen.
pfingstenDer Pfingsthymnus „Veni creator spiritus" ist zahlreich vertont worden, so auch vom französischen Komponisten Nicolas de Grigny, der von J.S. Bach sehr geschätzt wurde. Er wird als Antiphon in den Stundengebeten gesungen, wobei die Verse abwechselnd (alternatim) instrumental ausgeführt werden können.
H.I.F. Bibers berühmter Zyklus der „Rosenkranz"- oder „Mysteriensonaten" (Salzburg um 1674) beinhaltet in den „glorreichen Mysterien", dem Osterteil, eine Sonate mit dem Titel „Ausgießung des Heiligen Geistes". Vom „sanften Geist" ist in Berias Motette die Rede. Der Text ist ein Hymnus, der zum Fest Corpus Christi gesungen wurde.
Der dritte Teil des Abends steht ganz im Zeichen des Frühlings und des Monats Mai: Vielerorts ist Pfingstbrauchtum nahe verwandt mit Maibrauchtum. Die Verbindung von Pfingsten und Frühling besingt schließlich auch Goethe in seinem berühmten Gedicht. Auf dem Programm stehen „canzonette della primavera" um 1600 von italienischen Komponisten wie Monteverdi, Cima, Frescobaldi und Grandi.
Zum Abschluss erklingen zwei Stücke aus der „Leipziger Sammlung" von J.S. Bach, die Bezug auf die Pfingstsequenz „Veni sancte spiritus" nehmen. Die Pfingstsequenz ist in mehreren Kirchenliedern in heutigen Gottesdiensten präsent, z.B. „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott" von Martin Luther, das J.S. Bach hier bearbeitet hat.

Interpretinnen
Magdalena Hasibeder, Orgel

hasibederDie gebürtige Österreicherin ist seit 2009 Organistin in Muttenz und künstlerische Leiterin von „Diapsalma", der geistlichen Konzerte St. Arbogast. Ihre Studien in Linz und Wien komplettierte Magdalena Hasibeder an der Schola Cantorum Basiliensis bei Andrea Marcon, als dessen Assistentin sie bei mehreren Produktionen am Theater Basel mitwirkte. Die Musikerin ist mehrfache Preisträgerin internationaler Orgelwettbewerbe und wirkt heute u.a. als Dozentin an der Musikuniversität Wien.

 

Alice Borciani, Sopran

borcianiGeboren in Reggio Emilia studierte Alice Borciani am dortigen Institut „A. Peri" Gesang und Trompete bei Maestro Mauro Trombetta. Im Jahr 2012 absolvierte sie ihren Master mit Höchstpunktezahl an der Schola Cantorum Basiliensis bei Prof. Gerd Türk. Bereits 2005 war Alice Borciani beim internationalen Gesangswettbewerb „Premio città di Padova" mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden. Sie sang u.a. unter der Leitung von Andrea Marcon, Lorenzo Ghielmi und Rudolf Lutz (die beiden Letzteren werden ebenfalls in unserer Konzertreihe zu hören sein) und arbeitet immer wieder auch mit dem La Cetra Barockorchester Basel zusammen.

Sabine Stoffer, Violine

stoffer

Sabine Stoffer ist als Barockgeigerin im In- und Ausland tätig
und tritt mit verschiedenen Ensembles und Orchestern auf
(u.v.a auch la Cetra). Sabine Stoffer studierte an der Hochschule
der Künste Bern HKB und schloss 2007 bei Monika
Urbaniak sowohl das Lehrdiplom wie auch das Konzertdiplom
mit Auszeichnung ab. Sie ist Preisträgerin verschiedener
Stiftungen und Wettbewerbe, u.a. wurde ihr 2011 der Nachwuchsförderpreis
"Coup de Coeur" des Kantons Bern verliehen.

 

Maria Ferré, Theorbe

ferreMaria Ferré schloss zunächst ihr klassisches Gitarrenstudium an der Musikhochschule Barcelona (Spanien) ab. Danach studierte sie Laute und andere historische Zupfinstrumente bei Rolf Lislevand an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen (Deutschland) und bei Hopkinson Smith an der Schola Cantorum Basiliensis (Basel). Heute unterrichtet Maria Ferré an der Musikschule Birsfelden (BL) und konzertiert in vielen Ländern Europas und den USA mit verschiedenen Ensembles und Orchestern wie dem Ensemble L'Art du Bois, Ensemble La Traditora, Duo M&M zusammen mit Dominique Vellard, La Cetra Barockorchester, Freiburger Barockorchester.

 

Eintritt frei, Kollekte

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