Verein Orgelmusik St. Peter

Konzertmatinee

2. März 2014, 11:15 Uhr

Barockorchester Capriccio, Babette Mondry, Orgel

Werke für konzertierende Orgel und Kammerorchester von J.S. Bach, G. F. Händel, J. Haydn

Capriccio

 

Konzertprogramm

Michel Corrette
1707 - 1795

Concerto No. 5 in F für Orgel und Orchester

Georg Friedrich Händel
1685 - 1759

Konzert für Orgel und Orchester g-Moll, op. 4, Nr. 3

Johann Sebastian Bach
1685 - 1750

Präludium D-Dur, BWV 532

 

Orchestersuite D-Dur, Gavotte I und II, BWV 1068

 

1. Satz aus dem Konzert für Cembalo (gespielt auf der Orgel) und Orchester D-Dur, BWV 1054

 
Eindrücke vom Konzert

 

Händels Kampf gegen Farinelli

Unter dem Motto „Pure Spielfreude“ beginnt am Sonntag 2. März um 11.15 Uhr in der Basler Peterskirche die Orgelkonzertreihe 2014 mit einer Konzertmatinée. Gespielt werden Werke für konzertierende Orgel und Instrumental-Ensemble von Michel Corrette, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach. Es musizieren Babette Mondry an der kleinen Aubertin-Orgel und an der Silbermann/Lhôte-Orgel zusammen mit dem Capriccio-Orchester Basel (Konzertmeister Dominik Kiefer).

Wer kennt und liebt sie nicht, Georg Friedrich Händels Orgelkonzerte. Einfallsreichtum, buchstäbliche Spielfreude und genialer Sinn für Melodik haben sie zu Leuchttürmen[nbsp] der barocken Orgelmusik gemacht. Weniger bekannt ist, dass Händel diese Kleinode 1735/36 in London eher der Not gehorchend komponierte. Damals nämlich brachte eine neue Operntruppe, die „Opera of the Nobility“ mit dem Kastraten Farinelli als Publikumsmagnet, Händels Opern-Unternehmen auch finanziell in arge Bedrängnis. Das ging so weit, dass der Komponist mit seiner Truppe vom King’s Theater in den Covent Garden umziehen musste – mit der Verpflichtung, dort während mindesten sechs Wochen der Saison biblische Oratorien aus seiner Feder aufzuführen, die in der Vergangenheit doch so gute Kassenschlager gewesen waren. Um deren Attraktivität weiter zu erhöhen, ergänzte Händel seine Oratorien mit Zwischenakt-Musikstücken, die er meist auf seiner portablen Orgel selber vortrug, begleitet von einem kleinen Orchester. Doch auch diese Orgel-Intermezzi brachten laut einem Zeitzeugen bei weitem nicht das grosse Publikum, das sich der Komponist und seine Geldgeber erhofft hatten. Dafür erfreuen sich die sechs aus diesem Anlass komponierten Orgelkonzerte des Op 4 bis heute ausserordentlicher Beliebtheit.

Auch das Orgelkonzert No. 3 in g-Moll, das Babette Mondry in der Konzertmatinée an zweiter Stelle spielen wird, erfuhr am 5. März 1735 im Rahmen einer Oratorien-Darbietung seine Uraufführung. „Esther“ wurde an diesem Tag gegeben, die Geschichte der jungen Jüdin, die zur Gemahlin des Perserkönigs Xerxes aufgestiegen war und dank ihres Einflusses die Ermordung sämtlicher Juden im Perserreich verhindern konnte. Babette Mondry wird dieses Konzert auf der Silbermann/Lhôte-Orgel spielen, begleitet vom Barockorchester Capriccio.

Zu Beginn der Matinée wird das Orgelkonzert F-Dur von Michel Corrette zu hören sein. Händels Zeitgenosse war ein wahrer Tausendsassa. Der französische Komponist und Musiktheoretiker hatte sich unter anderem einen Namen gemacht als Autor von 17 Lehrbüchern für den Instrumental- und Gesangsunterricht, er komponierte Ballette und Divertimenti für Komödien, daneben Arien, Kantaten, Motetten, Sinfonien, kirchliche Musik – und eben auch zahlreiche Concerti für Orgel. „Das Orgelkonzert F-Dur fällt durch seine frappierend schlichten Melodien und Themen auf ... Der Fantasie der Musiker bleibt es überlassen, beim Spiel die beabsichtigte kurzweilige Leichtigkeit entstehen zu lassen“, schreibt Babette Mondry über das Werk. Sie wird es an der kleinen Aubertin-Orgel spielen.

Von Johann Sebastian Bach sind leider keine Konzerte für Orgel und Orchester überliefert, dafür aber Kantatensätze für obligate Orgel, die formal Konzertsätzen gleichstehen – und dann natürlich die Cembalokonzerte. Die Versuchung, diese Cembalokonzerte auf der Orgel zu spielen, ist gross. Und es wird ihr nachgegeben werden. Gespielt wird zum Abschluss der Matinée der 1. Satz des bekannten Konzertes D-Dur, das Bach selber bereits von seinem Violinkonzert E-Dur BWV 1042 auf das Cembalo übertragen hatte.

Eintritt frei, Kollekte

Hier Flyer herunterladen.