Verein Orgelmusik St. Peter

Orgel und Stummfilm

2. November 2013, 18:00 Uhr

Fritz Langs “Metropolis” (1927) mit Live Improvisation von Rudolf Lutz, Orgel

 MetropolisposterFritz Lang: “Metropolis”, 1927

Rudolf Lutz, St. Gallen / Basel, Orgelimprovisation

Wann verwandeln sich Menschen in Maschinen? Und wie wird die Menschheit durch ihre eigenen technologischen Errungenschaften gelenkt? Diesen Fragen hat sich der Regisseur Fritz Lang gestellt und lässt in seinem 1927 gedrehten Film eine überwältigende und spektakuläre Zukunftsvision erlebbar werden, die aus heutiger ethischer und gesellschaftlicher Sicht frappierend aktuell ist.

 

Der Film wird in der Peterskirche auf einer grossen Leinwand gezeigt werden, die unter dem Lettner und unter der Silbermann/Lhôte-Orgel steht. Die Musik zum Film wird aus dem Moment heraus entstehen. Rudolf Lutz improvisiert die Musik an der Orgel und schafft somit eine zweite künstlerische Ebene, die sich in das visuelle Geschehen einweben wird und den Film emotional zugänglicher macht. Rudolf Lutz ist Lehrer für Improvisation an der Schola Cantorum Basiliensis und künstlerischer Leiter der Bach-Stiftung Trogen.

 RudolfLutz

18:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr, Eintritt frei - Kollekte

Pressemitteilung

Mensch, Maschine und Musik in der Peterskirche

Fritz Langs Meisterfilm „Metropolis“ an der Orgel begleitet

Es geht um Leben und Tod, Liebe und Hass, Mensch gegen Maschine, Klassenkampf und Versöhnung: Fritz Langs monumentaler Stummfilm „Metropolis“ ist heute so aktuell wie 1926 im Entstehungsjahr.

Wenn nun „Metropolis“ kommenden 2. November in der Basler Peterskirche zu sehen ist, wird  man allerdings vergeblich nach einem grossen Orchester Ausschau halten. Ursprünglich hatte ja die spätromantisch geprägte Musik von Gottfried Huppertz das Meisterwerk untermalt. Diese würde jedoch den Rahmen der Peterskirche im wahrsten Sinne des Wortes sprengen. Daher wird der an der Schola Cantorum Basiliensis unterrichtende Rudolf Lutz an der Silbermann/Lhôte-Orgel seine eigene Metropolis-Filmmusik aus dem Moment heraus improvisieren. Damit wird eine zweite künstlerische Ebene geschaffen, die sich in das visuelle Geschehen einweben und den Film emotional zugänglicher machen wird.

Bild Metropolis

Für Rudolf Lutz ist das keine Premiere. Er hat bereits unter anderen die Stummfilme „Nosferatu“, „L’Atlantide“ und „Jeanne d’Arc“ improvisierend mit Musik unterlegt. Doch welche Art von Tonalität dürfen wir von ihm in „Metropolis“ erwarten? Der Musiker hat sich ja vor allem einen Namen gemacht als Experte für historische Improvisationspraxis und ist zudem Leiter der Bach-Stiftung Trogen: Wird also Barockmusik Fritz Langs Maschinen-Kunstwelt durchdringen? Rudolf Lutz winkt ab: „Ich werde mich bei meinen Improvisationen voraussichtlich eher von Fritz Langs Zeitgenossen Britten und Hindemith inspirieren lassen“, meint er. Und er wird damit sicher moderner herüberkommen als die Originalmusik von Gottfried Huppertz, die eindeutig noch in der Spätromantik verankert ist.

Doch zwei Stunden lang nonstop improvisieren – wie schafft er das? „Ich bereite mich natürlich vor, schaue den Film mehrere Male an, ohne Ton, damit ich nicht von der Originalmusik beeinflusst werde. Ich werde mir Leitmotive ausdenken, die sich dann wie ein roter Faden durch die Improvisationen durchziehen. Den Rest überlasse ich dem Augenblick.“ Besonders gefordert werden dabei die Registranten sein, „die müssen sehr schnell reagieren können“. Teamwork an der Orgel ist somit angesagt – auf das Resultat darf man gespannt sein.

Stummfilm „Metropolis“ in der Version „EDITION DEUTSCHER FILM“