Verein Orgelmusik St. Peter

Musiques Royales

14. Juli 2013, 19:30 Uhr

Pascale Van Coppenolle, Orgel, Retus Pfister, Bariton

Werke von Philips, Cornet, Kerll, Kerckhoven, Marchand und Lasceux

Coppenolle

Königliche Musik in der Peterskirche

Durch alle Epochen hindurch ging nichts ohne Musik an den Höfen der Kaiser und Könige sowie der Möchtegern-Grossen. Wie bildende Künste und Architektur diente die Musik der  Demonstration von Macht und Reichtum sowie der Mehrung des eigenen Ruhmes. Das war auch im Flandern des 17. Jahrhunderts so. Zwar war die Region im Herzen Europas, die das heutige Belgien, Luxemburg  sowie Teile der Niederlande und Nordfrankreichs umfasste, offiziell „bloss“ eine Grafschaft unter spanischer Herrschaft. Trotzdem oder gerade deswegen hatten Erzherzog Albert und seine Frau Isabella den Ehrgeiz, Brüssel als kulturelles Zentrum auf Europas Karte zu setzen und dem französischen Hof zumindest in dieser Hinsicht pari zu bieten.

Vor diesem historischen Hintergrund spielt das Programm „Musiques Royales“, das Pascale Van Coppenolle kommenden 14. Juli in der Basler Peterskirche bieten wird. Als Auftakt interpretiert die Organistin der Stadtkirche Biel das „Veni Sancte Spiritus“ von Philips, der aus religiösen Gründen London verlassen musste und als Organist von Erzherzog Albert ein Auskommen fand. Aber auch dessen Gattin Isabella leistete sich einen eigenen Hoforganisten, nämlich Peter Cornet. Von ihm wird am 14. Juli die „Fantasia 3.Toni“ zu hören sein, gefolgt von Werken der nächsten Generation Organisten am flandrischen Hof, des Deutschen Johann Caspar Kerll und des Flamen Abraham van den Kerckhoven.

Um 1700 machte dann der „brillante Orpheus“ Louis Marchand am Hof von Louis XIV Furore. Aus der Feder des Organisten an der „Chapelle des Versailles“ wird die Bieler Organistin unter anderem das „Te Deum“ spielen, das zu Zeiten des Sonnenkönig gar als  Nationalhymne galt.

Wiederum etwa 100 Jahre später wird der Pariser Organist Guillaume Lasceux das „Judex crederis“ („Wir glauben, dass der Richter kommen wird“) vertonen, den 22. Vers aus dem „Te Deum“. Pascale Van Coppenolle interpretiert am 14. Juli die siebenteilige Komposition an der Silbermann/Lhôte-Orgel. Den Gesangspart übernimmt der Bariton Retus Pfister.

Mit Video-Projektion. Eintritt frei, Kollekte.

Eindrücke vom Konzert

 

Konzertprogramm:

Musiciens à la Chapelle Royale de Bruxelles de 1600 à 1700

 

 Philips (Londres, 1560/61 ?- Bruxelles, 1628)

                Veni Sancte Spiritus (10 versets sur le plain-chant mesuré)            

               

Peter Cornet (Bruxelles, 1570/80 ?-1633)                                                              

                Fantasia 3. Toni

                Aria del granduca                                                                       

Johann Caspar Kerll (1627-1693)

           Passacaglia                                                                                                                                                    

Abraham van den Kerckhoven (ca. 1618-1701)

                Fantaisie in F    

                                                                                                                         

Musique à la Chapelle Royale de Versailles autour de 1700

Louis Marchand (1669-1732)

                2ème Livre: Fond d’orgue  (mi) - Basse de Trompette (do) - Récit (fa)           

                5ème Livre: Récit en Taille (ré)

                2ème Livre: Grand Jeu (ut)           

Verset du Te Deum, hymne royale


Guillaume Lasceux (1740-1831)

                Judex crederis mit Retus Pfister, Bariton

Allegretto – Allegro/Orage – Annonce de la Trompette/Grave – Marche Religieuse/Maestoso – Récitatif obligé – Allegro poco presto – Chœur des Elus et des Prédestinés/Grazioso poco lento

 

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Über die Organistin:

Orgelstudien bei Prof. Hubert Schoonbroodt am Königlichen Konseravtorium Lüttich; Aufbaustudium Tonsatz und Tonsatzpädagogik an der Musikhochschule Köln. Meisterkurse Orgel bei André Isoir, Bernard Lagacé, Harald Vogel, Luigi Ferdinando Tagliavini, Xavier Darasse, Cembalo Anne Gallet.

Von 1993 bis 2007 Titularin der historischen Orgel (1693) in Vianden/Luxemburg. Regelmässige internationale Konzerttätigkeit in Europa, USA, Brasilien und Japan als Solistin und mit Ensembles. Ihr Repertoire umfasst Werke aus 6 Jahrhunderten mit Schwerpunkt alte Musik. Innovative Pädagogik in Theoriefächern mit Spezialgebiet Renaissance-Kontrapunkt. 1994 Diplomarbeit « Die Verwendung der Orgel in der zeitgenössischen Musik ». Langjährige Dozentin Orgel und Tonsatz in Belgien und Luxemburg. Lehrauftrag Tonsatz an der Hochschule für Musik Köln. 2003-2007 Professorin für praktische Harmonielehre am Conservatoire Royal de Musique de Liège.

Seit August 2007, Organistin der Stadkirche Biel und Dozentin (Orgel Kirchenmusik, Bachelor, Master, CAS/MAS) an der Hochschule der Künste Bern. Organisation vielfältiger Programme in der Stadtkirche Biel, unter Einbeziehung verschiedener Kunstsparten (bildende Kunst, Literatur, Tanz, Pantomime usw….) und Initiatorin von « Kunst im Gottesdienst ». Daselbst Mitwirkung bei der Realisierung der neuen Metzler-Orgel, die, als Weltpremiere, unter Einbeziehung der Forschungsarbeit ihres Vorgängers Daniel Glaus, über ein 4. Manual mit dynamischen Wind verfügt.

Mehrere CD-Einspielungen, insbesondere der historischen Orgeln in Luxemburg. Diesbezüglich Schriften in verschiedenen Fachzeitschriften (z.B. Organ Kenkyu, Japan).