Verein Orgelmusik St. Peter

Konzerte 2018


16. April 2018, 19:30 Uhr

Norddeutsche Orgelkunst

 

21. Mai 2018, 19:30 Uhr

Orgel und Harmonium

 

18. Juni 2018, 19:30 Uhr

Orgel mit Kantate

 

1. Juli 2018, 17:00 Uhr

Extrakonzert: Bach und Alain

 

16. Juli 2018, 19:30 Uhr

Bach und Mendelssohn

 

13. August 2018, 19:30 Uhr

Improvisation und Komposition

 

24. September 2018, 19:30 Uhr

Orgel mit Blockflöte

 

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Orgel im Dialog

Konzert

Montag, 20. November 2017, 19:30 Uhr

Martin Sander, Orgel

Werke von Mendelssohn, JS Bach, Liszt

Eindrücke vom Konzert

Konzertprogramm

Felix Mendelssohn Bartholdy
1809 – 1847

Sonate für Orgel f-moll Op. 65 Nr. 1:
Allegro moderato e serioso – Adagio – Recitativ: Andante – Allegro assai vivace

Johann Sebastian Bach
1685 – 1750

Vater unser im Himmelreich BWV 682
Aus tiefer Not schrey ich zu dir BWV 686

Franz Liszt
1811 – 1886

Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen

Johann Sebastian Bach

Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 645

Felix Mendelssohn Bartholdy

Ouverture zum Oratorium Paulus
Orgelfassung von William T. Best

Konzertinformationen

In leichter Abwandlung des Mottos der Konzertreihe, „Die Orgel im Dialog mit xxx“, möchte dieses Konzert Werke vorstellen, in denen die Orgel selbst zum Medium des Dialogs zwischen Mensch und Gott wird.
Der Kopfsatz der 1. Sonate von Felix Mendelssohn-Bartholdy besteht zunächst aus dem Wechsel zwischen menschlicher Verzweiflung – aufgewühlte Passagen im fortissimo – und tröstender Antwort in Gestalt des Chorals „Was mein Gott will, das g’scheh allzeit“ – in ruhigen Notenwerten im mezzo-piano. Im Verlauf gehen die beiden Klangebenen mehr und mehr auf die Motive der jeweils anderen ein, bis zum Schluss die „menschliche Ebene“ laut den Choral bekräftigt: „Sein Wille ist der beste.“ Auch der folgende Satz, Adagio, führt das Dialog-Prinzip weiter, nun zwischen einer dunkleren und einer helleren Stimme, die aber beide etwa gleich leise sind. Im dritten Satz wiederum wird eine leise rezitativische Stimme durch mit der vollen Orgel zu spielende Fragmente in choral-artigem Satz unterbrochen. Erst der letzte Satz löst die Spannung in virtuosem Jubel.
Die folgenden beiden Choralbearbeitungen aus dem III. Theil der Clavier-Übung von Johann Sebastian Bach stellen die Anrufung Gottes in den Chorälen Vater unser im Himmelreich und Aus tiefer Noth schrey ich zu dir dar – beide in höchster kontrapunktischer Kunst: Vater unser im Himmelreich führt die vier oberen Stimmen paarweise in einem Doppel-Kanon durch, wobei die eigentliche Choralmelodie als jeweils untere Stimme beider Hände sich fast etwas versteckt unter der zugehörigen, den Sinn kommentierenden Oberstimme. Aus tiefer Not schrei ich zu dir führt in dichtem 6-stimmigem Satz (vier Stimmen in den Händen und zwei im Pedal) alle Choralzeilen im streng fugierten Satz durch.
Franz Liszt schrieb sein Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen, nachdem kurz nacheinander zwei seiner Kinder gestorben waren. Nach einer in mehreren Wellen der Klage sich steigernden, auf den Basso continuo der gleichnamigen Kantate und des Crucifixus der h-moll-Messe von J.S. Bach geschriebenen Passacaglia folgt – ähnlich wie bei Mendelssohn – gewissermaßen als himmlische Antwort der Choral Was Gott tut, das ist wohlgetanund führt das Werk doch noch zu einem versöhnten Abschluss.
Stellten die beiden zuerst gespielten Choralbearbeitungen Bachs die Anrufung Gottes durch den Menschen dar, so sind es in Wachet auf, ruft uns die Stimme die Engel, die die Menschen aus dem Tod zum ewigen Leben rufen.
Bezieht sich der von Philipp Nicolai stammende Text dieses Chorals auch vordergründig auf die Auferweckung der Toten aus ihren Gräbern, so wurde er doch vielfach auch im übertragenen Sinne auf die Erweckung der innerlich abgestorbenen Herzen zum wahren Leben auf dieser Erde verstanden. Wahrscheinlich in diesem Sinne baut Mendelssohn die Ouverture zu dem Oratorium Paulus auf dieser Choralmelodie als Sinnbild des zum Leben in Christus erweckten Menschen auf. Die Paulus-Ouverture erklingt hier in einer historischen Orgel-Übertragung durch den wohl führenden englischen Organisten des 19. Jahrhunderts, William T. Best.
Text: Martin Sander

Über den Interpreten
Martin Sander, Orgel

sanderist als Professor für Orgel an der Hochschule für Musik in Basel, außerdem auch an der Hochschule für Musik in Detmold tätig. Zuvor wirkte er an den Musikhochschulen in Heidelberg und Frankfurt/Main.
Zu seinen eigenen Lehrern in Studium und Meisterkursen zählten Ulrich Bremsteller, Harald Vogel, Luigi Ferdinando Tagliavini, Flor Peeters und Edgar Krapp.
Gleichzeitig mit seinen musikalischen Studien promovierte er bei Prof. Dr. Jürgen Troe an der Universität Göttingen in Physikalischer Chemie.
Der Gewinn mehrerer großer Orgelwettbewerbe – u.a. Mendelssohn-Wettbewerb Berlin, ARD-Wettbewerb München, J.S. Bach-Wettbewerb Leipzig und Prager Frühling – bereitete seine internationale Konzertkarriere vor. Er konzertiert regelmäßig in vielen bedeutenden Kirchen und Sälen und trat als Solist mit etlichen renommierten Orchestern auf.
Neben Produktionen und Konzertmitschnitten für verschiedene deutsche und ausländische Rundfunk- und Fernseh-Anstalten spielte er etliche CDs ein. Er leitet zahlreiche Meisterkurse und ist als Juror internationaler Wettbewerbe tätig.

Eintritt frei, Kollekte