Verein Orgelmusik St. Peter

Konzerte 2017

20. März 2017, 19:30 Uhr

Bach und Luther

 

8. Mai 2017, 19:30 Uhr

Orgel und Oboe

 

5. Juni 2017, 19:30 Uhr

Tanz und Toccata

 

3. Juli 2017, 19:30 Uhr

Orgel und Saxophon

 

19. August 2017, 10:45 Uhr

Orgeltag in Solothurn

 

3. September 2017, 17:00 Uhr

Orgel und Hip-Hop

 

22. September 2017, ab 19:00 Uhr

1. Orgelnacht in der Peterskirche

 

23. Oktober 2017, 19:30 Uhr

Orgel und Trompete

 

20. November 2017, 19:30 Uhr

Orgel im Dialog

Solothurner Orgeltag

Orgelausflug

Samstag, 19. August 2017, 10:45 - 16:00 Uhr

Ort: Solothurn
Orgeln: Reformierte Kirche Solothurn, St. Ursen-Kathedrale, Jesuitenkirche

Programm

 

individuelle Anreise nach Solothurn

10:45 Uhr

Besammlung vor der Reformierten Kirche Solothurn (Nordringstrasse 14)

11:00 – 12:00 Uhr

Besuch des Konzertes „Musik zur Marktzeit“. Ekaterina Kofanova spielt Werke des deutschen spätromantischen Komponisten Philipp Wolfrum. Anschliessend kurze Orgelführung durch Urs Aeberhard.

12:30 - 14:00 Uhr

Mittagessen in einem Restaurant in der Altstadt. Das Essen wird von der Vereinskasse übernommen. Getränke gehen zu Lasten der Teilnehmenden.

14.00 – 14.45 Uhr

Orgelführung in der St. Ursen-Kathedrale durch den Domorganisten Benjamin Guèlat

15.00 – 15.40 Uhr

Orgelführung in der Jesuitenkirche durch den Domorganisten Benjamin Guèlat

Wir bitten Sie, die An- bzw. Rückreise selbst zu organisieren.
Anreise mit der Bahn:
Basel SBB ab 09:04, Solothurn an 09:56 (Richtung Lugano, Olten umsteigen) oder
Basel SBB ab 09:31, Solothurn an 10:34 (Richtung Interlaken, Olten umsteigen)

Rückreise mit der Bahn:
Solothurn Hauptbahnhof ab 16:34, Basel SBB an 17:29 (Richtung St. Gallen, Olten umsteigen)

Wie in früheren Jahren organisieren wir für unsere Gönnerinnen und Gönner wieder einen Ausflug in die Orgel-Welt ausserhalb der Region Basel. Dieses Mal werden wir mit drei bedeutenden Orgeln der Stadt Solothurn Bekanntschaft machen dürfen. Um 11h werde ich im Rahmen der Konzertreihe „Musik zur Marktzeit“ in der Reformierten Stadtkirche ein halbstündiges Konzert spielen. Anschließend wird der dortige Organist Urs Aeberhard uns einiges Wissenswertes zu der romantischen Kuhn-Orgel aus dem Jahr 1925 vermitteln.

Nach dem Mittagessen in einem Altstadt-Restaurant erwartet uns eine Orgelführung in der St. Ursen-Kathedrale durch den kürzlich gewählten Domorganisten Benjamin Guèlat. Die beiden Orgeln wurden ursprünglich in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts von der Orgelbauerfamilie Bossart aus Baar errichtet. Die prachtvollen Barockgehäuse der Haupt- und Chororgel existieren bis heute, wobei die Hauptorgel seit 1942 ein Werk der Orgelbaufirma Kuhn besitzt. Die hochwertigen Instrumente und die speziellen akustischen Verhältnisse in der St. Ursen-Kathedrale machen die Orgelmusik dort zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Anschließend haben wir die Möglichkeit, die wunderschöne Barockorgel in der nahe gelegenen Jesuitenkirche zu besichtigen. Es handelt sich hier um das einzige erhaltene Werk des Solothurner Orgelbauers Franz Joseph Otter (1761 – 1807).

Anmeldung

Uns erwartet somit am 19. August ein abwechslungsreiches Programm. Falls Sie auch beim gemeinsamen Mittagessen mit dabei sein wollen, bitten wir um Anmeldung bis spätestens Samstag, 12. August 2017 an Regula Casarrubios mit Angabe von Name, Adresse, Email, Mobile Nummer (falls vorhanden) und ob Sie am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen. Ohne gemeinsames Mittagessen ist eine Teilnahme auch spontan ohne Voranmeldung möglich.

Informationen zu den Orgeln
Ref. Stadtkirche Solothurn

refstadtkircheDie Orgel in der Stadtkirche Solothurn stammt aus dem Jahr 1925. Sie wurde nach Plänen und der Disposition von Ernst Schiess (1894-1981), und unter Mitwirkung von Albert Schweitzer, von der Firma Th. Kuhn Orgelbau, Männedorf, als Opus 581 erbaut.
Das grosse dreimanualige Instrument ist ein bedeutendes Ausstattungsobjekt der Kirche und bildet mit der Kanzel und dem Abendmahltisch eine eindrückliche Einheit. Der offene symmetrische Orgelprospekt zeigt Zinkpfeifen der Prinzipal- Register der 16’- und 8’-Lage von Hauptwerk und Pedal. Das Werk hatte ursprünglich 46 klingende Register, einen Auszug, drei Transmissionen und viele Spielhilfen, verteilt auf Hauptwerk, Schwellpositiv (II. Manual), Schwellwerk (III. Manual) und Pedal, sowie einen freistehenden Spieltisch. Ferner besteht eine klug angelegte und gut zugängliche röhrenpneumatische Traktur mit Taschenladen.
Auch klanglich ist das Instrument ein Zeitdokument der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts und musikalisch der symphonischen «Romantik» verpflichtet, doch besteht im Hinblick auf die grosse Registerauswahl durchaus auch eine «Barocktauglichkeit».
Im Laufe der Jahre entstand der Wunsch nach Klangveränderungen, so dass vor allem in den Jahren 1938, 1948 und 1959 wesentliche Eingriffe in und an der Orgel vorgenommen wurden. Im Jahre 2007 wurde die Orgel in den Zustand von 1925 durch die Erbauerfirma, jetzt Orgelbau Kuhn AG, Männedorf, zurückgeführt. Die Orgel steht unter Denkmalschutz und hat im wiedergewonnenen Originalzustand nationale Bedeutung. 

St. Ursen Kathedrale

stursenhauptSeit dem Mittelalter stand an der Stelle der heutigen St.-Ursen-Kathedrale das St.-Ursen-Münster, welches das Zentrum des im Jahre 870 gegründeten Chorherrenstiftes bildete. Im Jahre 1762 wurde der Neubau des Münsters beschlossen. Die Bauleitung übertrug man dem Architekten Gaetano Matteo Pisoni (1713–1782) aus Ascona.
HAUPTORGEL. Noch bevor der Bau der Kirche vollendet war, wurde am 13. April 1763 ein Vertrag mit dem Orgelbauer Viktor Ferdinand Bossart (1699 – 1772) für eine Orgel mit drei Manualen und 37 Registern unterschrieben. Dem Orgelbauer war aber die Fertigstellung der Orgel nicht mehr vergönnt. Er verstarb 1772.
Die Grosse Orgel wurde ein Jahr später von seinem Sohn Carl Josef Maria Bossart (1736–1795) vollendet. Im Jahre 1896 baute das damalige Unternehmen Kuhn Männedorf in das bestehende Gehäuse eine neue pneumatische Orgel ein, die als eine Besonderheit ein elektrisch gesteuertes Fernwerk besass. Das gesamte Pfeifenmaterial von Bossart schmolz man beim Neubau ein. 1942 wurde die Grosse Orgel unter
Verwendung des bestehenden Pfeifenmaterials durch Orgelbau Th. Kuhn auf 4 Manuale mit neu 53 Registern erweitert, wobei eine elektrische Spiel- und Registertraktur gebaut und das Fernwerk von 1896 entfernt wurde.

stursenchorCHORORGEL. Unmittelbar nach der Vollendung der Grossen Orgel beauftragte man Carl Josef Maria Bossart (1736–1795) eine kleine Orgel auf der Chorempore zu erstellen. Sie sollte auf einem Manual 12 Register und ein angehängtes Pedal enthalten.
1903 erstellte die Firma Kuhn neben der Chororgel ein neues pneumatisches Instrument mit 2 Manualen und 14 Registern (in den 1970-er Jahren abgetragen).
Die Orgel von C. J. M. Bossart wurde nicht mehr gespielt und schliesslich gingen in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen grosse Teile des Pfeifenwerks verloren.
Im Jahre 1971 führte die Firma Metzler Dietikon Restaurierungsarbeiten durch, wobei fehlende Pfeifen anhand der erhaltenen Instrumente im Kloster Muri rekonstruiert wurden.

Jesuitenkirche

jesuitenDie Jesuitenkirche Solothurn wurde 1680 – 1689 erbaut und gilt als eines der Schlüsselwerke der schweizerischen Barockarchitektur. Die Orgel wurde 1791–1794
von Franz Joseph Otter (1761 – 1807) aus Aedermannsdorf gebaut. Das Instrument zählt 22 Register, verteilt auf Hauptwerk, Rückpositiv und Pedalwerk. Es handelt sich um das einzige erhaltene Werk des Solothurner Orgelbauers. Dieser war vor allem in den Kantonen Solothurn und Aargau sowie mit dem aus Aeschi SO stammenden Orgelbauer Johannes Kyburz (1777 – 1844) in Spanien tätig. Der Klang der Orgel wird von Sachverständigen mit jenem der Silbermann-Orgeln verglichen. Ein wertvolles und einmaliges Instrument, das sich für die Wiedergabe von Orgelliteratur des
17./18. Jahrhunderts hervorragend eignet.
In ihrer über 200-jährigen Geschichte hat die Orgel im technischen Bereich einige Veränderungen erfahren. Glücklicherweise sind ihre wesentlichen Bauteile und fast das gesamte Pfeifenmaterial erhalten geblieben. Wichtige Restaurierungsarbeiten wurden 1953 von der Orgelbaufirma Metzler und 2011 von der Orgelbaufirma Kuhn vorgenommen, wobei sich die letztere u.a. auf der Wiedergewinnung einer Windversorgung konzentrierten, die einer Orgel des späten 18. Jahrhunderts entspricht.